Was bedeutet Stromtod?

Die tödliche Gefahr

Mit zunehmender Verdichtung des oberirdischen Netzes elektrischer Freileitungen hat weltweit auch die Anzahl vogelgefährlich konstruierter Strommasten erheblich zugenommen. Als Verursacher rangieren sie noch weit vor den Drähten von Hochspannungsleitungen.

Während elektrische Freileitungen zu direkten Verlusten durch Kollisionen führen können, werden Vögel besonders beim An- und Abfliegen von "Killermasten" getötet. Am tückischsten sind Masten im Mittelspannungsbereich (10 kV bis 60 kV), die so konstruiert sind, dass nur geringe Abstände zwischen dem Mast und seinen Leitungsdrähten oder anderen Bauteilen auftreten, die unter Spannung stehen.

In solchen Fällen können Vögel beim An- oder Abflug einen Kurzschluss oder auch Erdschluss auslösen, der sie regelrecht exekutiert. Aber auch sitzende Vögel kommen zu Tode, sobald sie eine Verbindung zu spannungsführenden Bauteilen herstellen.
Die meisten Stromopfer fallen vom Mast und werden, wenn nicht schon durch den Stromschlag getötet, durch den Absturz schwer bis tödlich verletzt. Die Strommarken an den Ein- und Austrittsstellen fallen in der Regel kaum auf und sind ohne fachkundige Untersuchung schwer zu entdecken. Das Stromopfer scheint äußerlich unverletzt. Ein Großteil der Opfer wird nach dem Absturz rasch durch Beutegreifer wie Füchse und Marder verschleppt. Nur die wenigsten Opfer bleiben direkt an der Unfallstelle liegen oder am Mast hängen. Die Zahl der Vögel, die durch Strom getötet werden, kann deshalb nur schwer geschätzt werden.

Tod durch Kurzschluss

Berührt ein Vogel zwei Drähte einer elektrischen Freileitung, die unterschiedliche Spannungen führen, kommt es zum Stromfluss durch seinen Körper - schwerste Verbrennungen und Lähmungen führen zum Tode.

Tod durch Erdschluss

Weitaus häufiger als Kurzschlüsse werden Erdschlüsse ausgelöst, sobald Vögel eine Verbindung zwischen einer Leitung und einem geerdeten Strommast herstellen. Dies kann durch den Tierkörper selbst oder auch durch mitgeführtes Nistmaterial zustande kommen. Bei geringen Distanzen und feuchter Luft besteht sogar die Gefahr eines Funkenüberschlags ("Lichtbogen"). Auch über den Kotstrahl kann ein für den Vogel tödlicher Erdschluss auftreten.

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