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Elefanten

(Doku) Das Geheimnis der Wüstenelefanten

Die Elefanten (Elephantidae) (altgr. ἐλέφαντ- [eléfant-], Stamm von ἐλέφᾱς [eléfās], „Elefant“) bilden eine Familie der Rüsseltiere. Diese Familie umfasst alle heute noch lebenden Vertreter der Rüsseltiere.

Elefanten sind die größten noch lebenden Landtiere. Bei der Geburt wiegt ein Kalb bis zu 100 Kilogramm. Die Tragzeit ist mit 20 bis 22 Monaten die längste aller Landsäugetiere. Der älteste Elefant lebte im Zoo von Taipeh und wurde 86 Jahre alt. Je nach Art kann ein Elefant im Durchschnitt zwischen zwei und fünf Tonnen Körpergewicht und eine Größe von bis zu vier Metern erreichen. Das größte bekannte Exemplar war ein am 4. April 1978 im Damaraland (Namibia) erlegter Bulle, der 4,21 Meter groß und 10,39 Meter lang war.

Systematik

Von den Rüsseltieren leben heute nur noch drei Arten, die alle zu den echten Elefanten gehören. Diese sind:

Gattung:
Loxodonta Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)
Waldelefant (Loxodonta cyclotis)Gattung Elephas
Asiatischer Elefant (Elephas maximus)

Eine Minderheit von Elefantenforschern und Kryptozoologen hat den Zwergelefanten (Loxodonta pumilio) als Art vorgeschlagen; diese ist jedoch in der Fachwelt nicht akzeptiert. Er soll neben dem großen Waldelefanten als kleinere Art im tropischen Regenwald (Gabun, Kongo, Kamerun) vorkommen. Auch genetische Untersuchungen an verschiedenen Exemplaren der zentralafrikanischen Region brachten keine Hinweise auf eine vierte Elefantenart.

Die einzig bekannte Hybride zwischen einer asiatischen Elefantenkuh und einem afrikanischen Elefantenbullen wurde 1978 im Zoo von Chester geboren. Es handelte sich um das Bullenkalb „Motty“. Es starb zwei Wochen nach seiner Geburt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Asiatischen Elefanten erstreckte sich früher im südlichen Asien durchgängig von Syrien bis zu weiten Teilen Chinas. Heute ist er noch in Vorder- und Hinterindien, Sri Lanka sowie einigen der großen Sundainseln zu finden.

Der Afrikanische Elefant (= Steppenelefant) lebte früher auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, heute befindet sich die nördlichste Grenze seines Verbreitungsgebietes im Süden des Sudans. Er kommt heute in vier getrennten Populationen vor: in den Savannen des östlichen und südlichen Afrika, in Westafrika, in der nördlichen Namib (Südwestafrika) und im zentralafrikanischen tropischen Regenwald. Im südlichen Afrika ist er vor allem in Nationalparks zu finden.

Der Waldelefant lebt in den Regenwäldern Westafrikas, unter anderem in Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik.

Alle heute noch lebenden Elefanten sind stark in ihrem Bestand gefährdet, da ihr Lebensraum beständig schrumpft und sie bis in die jüngste Zeit wegen ihrer aus wertvollem Elfenbein bestehenden Stoßzähne gejagt wurden.


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Anatomie

Körperbau

Da die verschiedenen Elefantenarten eine unterschiedliche Anzahl Brust-, Lenden-, Kreuzbein-, und Schwanzwirbel besitzen, besteht ein Elefantenskelett aus 326 bis 351 Knochen.

Etwa 394 Skelettmuskeln bewegen den Elefantenkörper. Die inneren Organe des Elefanten sind im Verhältnis nicht größer als bei anderen Säugetieren. Das Gehirn wiegt etwa vier bis fünf Kilogramm, das Herz – je nach Alter – zwischen zwölf und 21 Kilogramm. Es schlägt etwa 30 Mal pro Minute. Die Blutmenge entspricht etwa 10 Prozent des Körpergewichtes. Die Körpertemperatur eines gesunden Elefanten beträgt circa 36,5 °C. Die Haut ist etwa zwei Zentimeter dick.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren befindet sich das Gesäuge bei den Elefantenkühen, wie bei den Primaten und Walen, zwischen den Vorderextremitäten. Damit das Elefantenkalb bei der Geburt sanft auf die Erde fällt, befindet sich die Geburtsöffnung nicht unter dem Schwanzansatz, sondern zwischen den Hinterbeinen. Dies verkleinert die Fallhöhe bei der Geburt von rund 1,70 Meter auf 70 Zentimeter.

Elefanten besitzen zwei Arten von Zähnen. Zum einen die zu Stoßzähnen gewandelten Oberkieferschneidezähne und die Backenzähne. Als Kaufläche werden jeweils nur die vorderen Backenzähne genutzt. Sind diese abgenutzt, wachsen von hinten die nächsten Zähne durch Resorption und Anlagerung der Kieferknochen vor und stoßen die alten Zähne heraus. Ein Elefant bekommt so in seinem Leben sechsmal neue Zähne. Sollte ein Elefant diese alle verbrauchen, muss er verhungern. Inzwischen gibt es allerdings erfolgreiche Versuche, Zahnersatz für Elefanten anzufertigen.

Die aus Elfenbein bestehenden Stoßzähne werden vor allem zum Entrinden der Bäume sowie als Waffe gegen Feinde eingesetzt, wobei die Stoßzähne mehr dem Imponiergehabe als dem wirklichen Kampf dienen.

Während man seit mindestens der Spätantike teilweise glaubte, dass Elefanten keine Ellenbogen- und Kniegelenke besäßen, weiß man mittlerweile, dass diese lediglich völlig frei sind. Das Kniegelenk des Elefanten zeigt eine erweiterte Ruheposition, sodass beim Stehen der Winkel zwischen Oberschenkel und Schienbein fast 180° beträgt. Dies ist für Quadrupeden ungewöhnlich, kommt es doch sonst nur beim bipeden Menschen vor.

Es gibt weitere Parallelen: Das Oberschenkelgelenk des Elefanten zeigt große Ähnlichkeit mit dem des Menschen, wie auch die Menisken, welche sehr schmal und dünn sind, und das Kreuzbandsystem, das ebenfalls vorhanden ist. Die Bewegungsmuster der gewichtstragenden hinteren Gliedmaßen erinnern ebenfalls mehr an den Menschen als an cursoriale Quadrupeden. Die Hauptbewegung des Kniegelenks ist eine Extension-Flexion mit einem Aktionsradius von 142°. Im fortgeschrittenen Alter sind die Kniegelenke anfällig für Arthrose. Elefanten sind Zehenspitzengänger.

Eine anatomische Besonderheit der Elefanten betrifft ihren Pleuraspalt. Als einziger Säugetierart der Welt ist dieser bei ihnen nicht mit Flüssigkeit gefüllt, sondern von Bindegewebe ausgekleidet. Dadurch sind die Pleurablätter trotzdem weiterhin gegeneinander verschiebbar, aber bei Weitem nicht so empfindlich, wie es bei der flüssigkeitsgefüllten Variante der Fall ist. Dies ermöglicht es Elefanten beispielsweise, einen Fluss zu durchqueren und währenddessen mit ihrem langen Rüssel zu „schnorcheln“.

Dabei atmen sie Luft mit atmosphärischem Druck ein, während sich ihr Körper, und damit insbesondere die Lunge, etwa zwei Meter unter Wasser befindet. Diese Druckdifferenz würde bei jedem anderen Säugetier (mit „normalem“ Pleuraspalt) dazu führen, dass die Blutgefäße, die den Pleuraspalt mit Flüssigkeit versorgen, förmlich „ausgequetscht“ und zerstört würden. Das würde zum Tod führen, da die Lunge, ohne Halt, einfach kollabiert.

Rüssel

Thailand Elefant
Thailand Elefant

Ein Rüssel ist eine verlängerte Nase mit Nasenlöchern (auch Rüsselloch). Bei Elefanten ist der Rüssel ein äußerst feinfühliges und langes Organ, das im Lauf der Entwicklung aus Oberlippe und Nase entstand. Etwa 40.000 zu Bündeln verflochtene Muskeln machen den Rüssel sehr beweglich. Der Rüssel enthält kein Nasenbein oder andere Knochen. Er besteht ausschließlich aus Muskelgewebe und ist das auffälligste anatomische Merkmal der Elefanten.

Er dient seinem Besitzer als Waffe, als Greifhand beim Fressen sowie als Saug- und Druckpumpe beim Trinken. Es passen pro Zug zirka acht bis zehn Liter Wasser in den Rüssel.

Gelegentlich wird der Elefantenrüssel beim Baden oder Schwimmen auch als eine Art Schnorchel eingesetzt. Mit Hilfe des Rüssels kann er auch Äste und Pflanzen aus bis zu sieben Meter Höhe erreichen. An seiner Spitze befinden sich empfindliche Tasthaare, welche auch kleinste Unebenheiten wahrnehmen. Dadurch eignet sich der Rüssel auch zum Tasten. Zum Riechen wird der Rüssel hoch in die Luft gehalten.

Während der Rüssel des afrikanischen Elefanten in zwei fingerartigen Fortsätzen endet, ist es beim indischen Elefanten nur einer.


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Cytologie

In den Zellkernen des afrikanischen Elefanten befindet sich ein doppelter Chromosomensatz mit zweimal 27 Autosomen und zwei Geschlechtschromosomen. Das vollständige Genom wurde erstmalig im Jahr 2009 analysiert; es besteht aus 3.196.743.967 Basenpaaren. Die genaue Anzahl der Gene ist noch unbekannt.

Ernährung

Elefanten sind ausnahmslos Pflanzenfresser und ernähren sich vor allem von Gräsern und Blättern, fressen bei Nahrungsknappheit jedoch auch Äste, Dornbüsche und ähnliche Nahrung.

Sie nehmen täglich etwa 200 Kilogramm Nahrung zu sich. Dazu brauchen sie 17 Stunden am Tag. Sie fressen vor allem Gras, aber auch Früchte, Wurzeln, Zweige und Rinde. Der Rüssel ist bei der Nahrungsaufnahme als Greiforgan enorm nützlich. Mit den fingerartigen Fortsätzen können sie einzelne Halme und Gräser aufnehmen. Ihre Nahrung verwerten sie zu etwa 40 Prozent, da sie ein weniger effizientes Verdauungssystem haben als etwa die Wiederkäuer. Auch Wasser ist für die Elefanten ein wichtiger Lebensfaktor. Sie trinken 70 bis 150 Liter Wasser am Tag. Täglich benötigen Elefanten etwa 250.000 Kilokalorien.

Natürliche Feinde

Durch ihre Größe und ihr Leben im Herdenverband haben Elefanten wenige natürliche Feinde. Nur den größten Raubkatzen wie Löwen und Tigern gelingt es bisweilen, Jungtiere zu erbeuten. In einigen Gebieten Afrikas scheinen Elefanten allerdings häufiger von Löwen erbeutet zu werden als bisher angenommen. Im Eiszeitalter hatten Elefanten darüber hinaus noch die mittlerweile ausgestorbenen Säbelzahnkatzen zu fürchten. Insbesondere für die Gattung Homotherium konnte zumindest lokal eine Nahrungspräferenz für junge Präriemammuts nachgewiesen werden.

Verhalten

Elefanten leben in Herden, bestehend aus Kühen und Kälbern. Die Herden werden von einer Leitkuh angeführt, die eine Vorbildrolle innerhalb der Gruppe einnimmt (siehe Matriarchat). Dabei handelt es sich meist um eine sehr erfahrene, mittlerweile unfruchtbar gewordene Kuh im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Fehlen Vorbilder wie diese Leitkuh, etwa weil sie getötet wurden, so hat dies schwerwiegende Folgen: Die Kälber werden von den verbliebenen jungen Müttern aufgezogen, und daher werden viele soziale Werte nicht vermittelt.

Die Größe der Herde variiert mit dem Nahrungsangebot. Ist reichlich Nahrung vorhanden, so schließen sich kleinere Familienherden zu größeren zusammen. Bei akutem Nahrungsmangel kommt es oft vor, dass einzelne Familien - bestehend aus ein bis zwei Kühen mit ihren Nachkommen – „Miniherden“ bilden und allein unterwegs sind. Ebenfalls von der Nahrung abhängig ist das Wanderverhalten der Herden. Während sie bei hohem Nahrungsangebot relativ ortsbeständig sind, bewegen sie sich in Trockengebieten mit schlechter Nahrungsversorgung oft über lange Strecken, um Nahrung zu finden. Dabei bilden sich sogenannte „Elefantenstraßen“, die bereits lange Zeit bestehen und immer wieder benutzt werden.

Im Alter von etwa zwölf Jahren trennen sich Bullen von den übrigen Herdentieren. Nur zur Brunftzeit stoßen sie zu den Herden, um sich zu paaren. Außerhalb der Paarungszeit bestreiten sie ihr Leben entweder als Einzelgänger oder in losen Gruppen. In der Vergangenheit kam es zumindest in Afrika mehrfach vor, dass solche Gruppen als aggressiv auffielen, indem sie beispielsweise Nashörner töteten. Ursache dieses Verhaltens könnte eine Art Posttraumatische Belastungsstörung durch Zusammenstöße mit Wilderern sein. Die Gehirnstruktur solcher Elefanten weist Parallelen zur Gehirnstruktur traumatisierter Menschen auf.

Durch eine Versuchsreihe im New Yorker Bronx-Zoo ließen sich Anzeichen ermitteln, die nahelegen, dass Elefanten über ein Ich-Bewusstsein verfügen. Asiatische Elefanten wurden hierfür einem Spiegel-Selbsterkennungstest unterzogen. Die Ergebnisse zeigten, dass Elefanten wie Delfine und Affen dem Anschein nach die Fähigkeit besitzen, sich selbst im Spiegel zu erkennen. Dies deutet auf das Vorhandensein eines Ich-Bewusstseins hin. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass Elefanten in der Lage sind, zu zählen und einfachste Additionsaufgaben zu lösen. Wahrscheinlich erlaubt ihnen diese Fähigkeit, die Vollständigkeit der Herde zu überprüfen.

Elefanten sind auch in der Lage, Stoßzähne und Knochen von toten Artgenossen zu erkennen. Dies ergab eine Studie im Amboseli-Nationalpark, die von der University of Sussex durchgeführt wurde. Sie scheinen sich auch für den Verbleib von toten Artgenossen zu interessieren. So suchen sie Dörfer auf, deren Bewohner einen Anhänger ihrer Herde getötet haben.

Entgegen der weitverbreiteten Ansicht kommunizieren Elefanten überwiegend nicht durch Trompetenlaute. Diese erzeugen sie nur in bestimmten Stimmungslagen (z. B. Aufregung, Angst, Aggressivität). Zur Verständigung mit Artgenossen nutzen sie zu zwei Dritteln Infraschall-Laute. Diese für Menschen unhörbaren Schwingungen werden sowohl durch die Luft als auch durch das Erdreich über dutzende Kilometer übertragen. Auf diese Weise können die Tiere mit weit entfernten Artgenossen kommunizieren.


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Stammesgeschichte der Elefanten

Elefanten haben brustständige Milchdrüsen
Elefanten haben brustständige Milchdrüsen

Stammesgeschichtlich sind Elefanten eine relativ junge Familie der Rüsseltiere (Proboscidea). Die frühesten Rüsseltiere stammen aus dem Eozän Nordafrikas und sind etwa 55 Millionen Jahre alt. Die Rüsseltiere bildeten verschiedene Familien aus, dazu zählen die Moeritherien, die Deinotherien, die Barytherien, die Gomphotherien, die Echten Mastodonten und die Stegodonten.

Diese ausgestorbenen Rüsseltiere waren aber keine Elefanten, obwohl sie teilweise ganz ähnlich aussahen. Einige dieser Familien wie die Stegodonten, die Gomphotherien und die Echten Mastodonten waren bis ins Eiszeitalter Zeitgenossen der Elefanten. Wie die Echten Mastodonten entwickelten sich die Elefanten aus der Familie der Gomphotherien. Die Entwicklungslinie zu den Elefanten begann im späten Miozän vor etwa sechs Millionen Jahren durch Gattungen wie Primelephas und Stegotetrabelodon, die sich durch die fehlende Zahnschmelzhülle um ihre vier Stoßzähne und das Vorhandensein von Schmelzlamellen auf den Backenzähnen von anderen Rüsseltieren unterschieden.

Die Schmelzlamellen gelten als besonders charakteristisches Merkmal für Angehörige der Elephantidae und stellen eine Anpassung an Grasnahrung dar. Eine andere Rüsseltierfamilie, die Stegodonten, entwickelte allerdings unabhängig ganz ähnliche Strukturen, die den Schmelzlamellen der Elefanten entsprachen.

Auf Primelephas gehen wohl die späteren Gattungen der Elefanten, Elephas, Loxodonta und Mammuthus zurück. Das vereinfachte Kladogramm der Familie sieht so aus:

Elephantidae - Primelephas
Elephantini - Elephas
Mammuthus - Loxodontini - Loxodonta

Die Gattung Elephas entstand im frühen Pliozän Afrikas und verbreitete sich von dort aus über Eurasien. Eine der bekanntesten ausgestorbenen Elephas-Arten, die gewöhnlich als Altelefanten bezeichnet werden, ist der Europäische Waldelefant (Elephas antiquus). Auch die Zwergelefanten (beispielsweise der Sizilianische Zwergelefant), die im Pleistozän auf einigen Inseln des Mittlermeeres und Südostasiens verbreitet waren, gehören zu dieser Gattung. Seit dem späten Pleistozän ist Elephas ausschließlich auf Asien beschränkt. Heute lebt als einzige Art noch der Indische Elefant (Elephas maximus).

Die zweite noch existierende Gattung Loxodonta entstand im mittleren Pliozän Afrikas und ist gegenwärtig durch zwei Arten, den Afrikanischen Steppenelefanten (Loxodonta africana) und den Waldelefanten (Loxodonta cyclotis), repräsentiert.

Die bekanntesten fossilen Elefanten sind zweifellos die Mammuts (Mammuthus bzw. Mammonteus). Diese Gattung bildete sich im mittleren Pliozän ebenfalls in Afrika und verbreitete sich von dort aus bis Eurasien und Nordamerika. Eine ursprüngliche Form war Mammuthus meridionalis, der auch unter dem Namen Südelefant bekannt ist. Zu Beginn der Eiszeit lebte das Steppenmammut Mammuthus (=Mammonteus) trogontherii, welches später durch das Kaltsteppen- oder Wollhaarmammut Mammuthus (=Mammonteus) primigenius abgelöst wurde.

Dieses wird umgangssprachlich auch als Echtes Mammut bezeichnet. Teile von Wollhaarmammuts werden auch heute noch häufig im sibirischen Dauerfrostboden gefunden. Dabei handelt es sich vor allem um Knochen und Haare, gelegentlich finden sich jedoch auch erstaunlich gut erhaltene Mammuts im Eis. Das Mammutelfenbein wurde von Alters her vor allem in China und Russland zur Elfenbeinschnitzerei genutzt.

Die Menschen im späten Pleistozän jagten die Tiere, und nach verschiedenen Theorien waren sie möglicherweise für das Aussterben der letzten Mammuts verantwortlich. Alternative Theorien gehen von einer Abfolge vieler schwerer Winter und Nahrungsknappheit aus. In den meisten Gebieten Eurasiens und Nordamerikas verschwanden die Mammuts vor etwa 10.000 Jahren, die letzten lebten vor etwa 3700 Jahren auf der Wrangelinsel.


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Mensch und Elefant

Auch heute noch gibt es Menschen, die den Elefanten seiner Stoßzähne wegen illegal jagen. Asiatische Elefanten sind aber auch Nutztiere und werden vor allem in Entwicklungsländern beispielsweise zur Lastenbeförderung eingesetzt.

Wegen ihrer Intelligenz und beeindruckenden Größe sind Elefanten ferner als Dressurtiere im Zirkus verbreitet. In Zoos zählen die Dickhäuter zu den beliebtesten Attraktionen und ziehen jährlich ganze Scharen von Besuchern an. Die Haltung der großen Tiere ist allerdings problematisch und kann zu Unfällen zwischen Elefant und Mensch führen.

Die European Elephant Group, ein „Zusammenschluss von Menschen, denen das Schicksal von Elefanten, die als Folge nicht tiergerechter Haltung mittel- oder unmittelbar durch Schäden an ihrer physischen bzw. psychischen Gesundheit bedroht sind, am Herzen liegt“ bezeichnet die grauen Riesen als die gefährlichsten Wildtiere in Menschenhand, da es immer wieder zu Unfällen mit dem Pflegepersonal kommt. Sie berichtet allein von 38 Toten und 50 Verletzten in Zoos und Safariparks seit 1980. Elefanten können zahlreiche Verhaltensstörungen entwickeln, von denen das rhythmische Hin- und Herbewegen (Weben) vielleicht die bekannteste ist.

Mensch-Elefant-Konflikte

Arbeitselefant
Arbeitselefant

Auch in freier Wildbahn kommt es, insbesondere durch die zunehmende Einengung der Lebensräume des Elefanten, immer wieder zu Konflikten zwischen Elefant und Mensch, die durch die „Human-Elephant Conflict“-Statistik (HEC) erfasst werden. Elefanten leben in freier Wildbahn in 37 afrikanischen und 12 asiatischen Staaten. Nach Schätzungen werden weltweit jährlich über 500 Menschen durch Elefanten getötet, davon allein 300 in Indien. Gleichzeitig werden auch hunderte Elefanten durch Menschen getötet − teils durch Wilderei, vielfach auch durch Bauern, die ihre Felderträge schützen wollen, oder als Vergeltung für menschliche Todesopfer.

Darüber hinaus werden Elefanten durch die Auswirkungen menschlicher Auseinandersetzungen, etwa durch Landminen in Sri Lanka, getötet.

Elefanten in der menschlichen Geschichte

Schon im 3. Jahrtausend v. Chr. waren Elefanten im ägyptischen Einflussgebiet ausgestorben oder ausgerottet. Thutmosis III. ging nach einem erfolgreichen Eroberungsfeldzug in Asien auf Elefantenjagd. Assyrische Königsinschriften des 8. bis 7. Jahrhunderts v. Chr. berichten von der Elefantenjagd im heutigen Syrien, was auch durch entsprechende Knochenfunde belegt ist.

Während in Indien Arbeitselefanten bereits im Altertum eingesetzt wurden, kannten die Griechen zunächst nur das Elfenbein als Handelsobjekt. Erste Begegnung mit Elefanten hatten sie bei der Schlacht von Gaugamela. Später wurden in allen Diadochen-Heeren bis zu 500 Kriegselefanten gleichzeitig eingesetzt. Einer von ihnen, Pyrrhus, setzte sie bei seinen Kämpfen gegen Rom ein. Nach der Region, in der der erste Kampf stattfand, nannten die Römer die Elefanten anfänglich „Lukanische Ochsen“ (boves lucae).

Der karthagische Feldherr Hannibal überquerte 218 v. Chr. mit Kriegselefanten die Alpen.

In Rom waren die ersten Elefanten im Triumphzug 275 v. Chr. zu sehen. Seit 169 v. Chr. wurden sie im Zirkus zur Schau gestellt. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden Elefantenschaukämpfe gegen Tiere und Menschen Mode, die in der späteren Kaiserzeit durch artistische Darstellungen abgelöst wurden. Im Triumphzug mit vorgespannten Elefanten (Quadriga) scheiterte Pompeius 81 v. Chr. an den engen Stadttoren Roms. Dies sollte später Severus Alexander und Gordian I. gelingen.

In die europäische Geschichte namentlich eingegangen sind Abul Abbas, ein Geschenk des Kalifen Harun ar-Raschid an Karl den Großen, Hanno, das Lieblingstier Papst Leos X., Soliman, der erste Elefant in Wien, Hansken (1630–1655), eine gelehrte Elefantendame des 17. Jahrhunderts, und Jumbo (ca. 1861–1885), der König der Elefanten. Ludwig IX., der Heilige, brachte 1255 nach einem Kreuzzug einen Elefanten nach Frankreich, den er an Heinrich III. von England weiterverschenkte. Ludwig XIV. von Frankreich hielt 13 Jahre lang ein seltenes afrikanisches Exemplar in Versailles.

In Asien gibt es noch heute Elefantenschulen, in denen Elefanten teilweise für Touristen, teilweise aber auch für die Arbeit abgerichtet werden. Indische, thailändische und sri-lankische Elefantenführer werden Mahut (auch: Mahout) genannt.

Elefanten in Symbolik und Mythologie

Der Elefant gilt als weise, stark und keusch, aber auch als nachtragend. Er ist das Wappentier mehrerer afrikanischer Staaten sowie das politische Wappentier der Republikaner in den USA. Der höchste dänische Orden heißt Elefantenorden. Die Seekriegsflagge Thailands ziert ein Weißer Elefant, der dort als Zeichen von Macht verehrt wird.

In der indischen Mythologie ist Airavata der erste Elefant. Gott Ganesha erscheint mit dem Kopf eines Elefanten. Er ist eine der beliebtesten Gottheiten des Hinduismus und gilt als Verkörperung von Weisheit und Wohlstand und als Helfer in schwierigen Lebenssituationen. Die buddhistische Überlieferung kennt eine Legende, nach der Mahamaya, der Mutter Siddhartha Gautamas, vor dessen Geburt ein weißer Elefant erschien.

In China erscheint ein weißer elefantenköpfiger Gott, der eine jungfräuliche Göttin, Moye, schwängert. Moye gebiert den Helden Fu-Hi. In China gelten Elefanten noch heute als Symbol für männliche Potenz. Im Judentum bzw. Christentum taucht der elefantenköpfige Dämon Behemoth auf, und auch er symbolisiert die „Fleischlichkeit“, d. h. die sexuelle Energie. Die Verbindung zwischen Elefanten und sexueller Energie existierte auch in Heldenepen des europäischen Mittelalters, in denen „Hörner aus Elfenbein“ eine wichtige Rolle spielten (z. B. das Horn Olifant im Rolandslied). Gemahlenes Elfenbein gilt noch heute bei einigen asiatischen Völkern als Potenzmittel. In eine andere Richtung deutet dagegen die Legende vom Elefantenfriedhof.

Seit dem indischen Chaturanga bestand in vielen historischen Schachformen eine Elefantenfigur. Schließlich ist der Begriff des Elefanten teilweise auch negativ besetzt. So knüpft die Redensart „wie ein Elefant im Porzellanladen“ an die Vorstellung an, Elefanten seien ungeschickt.

Rezeption

Auch in den Medien sind Elefanten zu finden, die sich meist speziell an Kinder richten. So gibt es neben dem vor allem aus Hörspielen bekannten Benjamin Blümchen auch Zeichentrickfiguren wie Dumbo, Babar und den kleinen blauen Elefanten aus der Sendung mit der Maus. Auf Elefanten basieren Otto Waalkes' Ottifanten. Einen Elefanten im Logo verwenden Hersteller von Spielzeugen wie die Simba-Dickie-Group und Jumbo.

In Werken Salvador Dalís sind Elefanten häufiger zu finden, beispielsweise in seinen Gemälden Schwäne spiegeln Elefanten (1937) und Die Elephanten (1948). Der italienische Bildhauer Gian Lorenzo Bernini schuf (ausgeführt 1667 durch seinen Schüler Ercole Ferrata) einen Elefanten, der einen Obelisken auf dem Rücken trägt (siehe Obelisken in Rom#Berninis Elefant).

Dieses barocke Werk vor der römischen Santa Maria sopra Minerva wurde vermutlich durch den Renaissance-Roman Hypnerotomachia Poliphili inspiriert, in dem ein Gebäude in Form eines Elefanten auftaucht, der ebenfalls einen Obelisken trägt.

Literatur

  • Christine und Michel Denis-Huot: Elefanten. Verlag Karl Müller GmbH, 2003, ISBN 3-89893-068-8.
  • Adrian Lister, Paul Bahn: Mammuts Riesen der Eiszeit. Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1997, ISBN 3-7995-9050-1.
  • Ronald M. Nowak: Walker s mammals of the world. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  • Larousse (Hrsg.): Lebendige Wildnis Tiere der afrikanischen Savanne. Das Beste, Stuttgart 1992, ISBN 3-87070-405-5.
  • Dietmar Jarofke: Jarofkes Elefantenkompendium. Haltung, Zucht, Verhalten und Krankheiten der Elefanten. Schüling-Verlag, Münster 2007, ISBN 978-3-86523-085-0

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