Trotz Verbots gibt es in chinesischen Zoos

zahlreiche Tieraufführungen

Tieraufführungen sind noch immer in Zoos und Tierparks im ganzen Land an der Tagesordnung, fand ein Forschungsteam aus Beijing heraus. Die Regierung hatte solche Darbietungen verboten, um Tiere vor Quälereien zu schützen.

Die Ergebnisse einer neuen Studie von China Zoo Observation zeigen, dass nur neun von 21 Zoos, welche die Freiwilligen im Winter besucht haben, mit den Shows aufgehört haben. "Das Ziel unserer Nachforschungen war, die Situation des Zoo-Managements und die Lebensbedingungen der Tiere hinter den Gittern bekannt zu machen", sagte Mang Ping am Sonntag auf einem Forum. Der Professor des Zentralen Instituts für Sozialismus und sein Forschungsteam, das aus zehn College-Studenten besteht, haben Zoos in neun Provinzen und Städten begutachtet.

Das Verbot von Tiershows war ausgesprochen worden, nachdem im Jahre 2010 in einem Zoo in Shenyang elf seltene Tiger und einige andere Tiere verhungerten und ein Panda im Zoo von Jinan seinen Vergiftungen erlag. Die zentralen Behörden haben auch den Handel und das Verspeisen von Wildtieren unterbunden. Zoos dürfen keinen Gewinn mehr machen. "Den Zoos fehlt die langfristige Planung. Viele von ihnen haben Schulden", sagt Liu Xiaoyu, ein Student am Chinesischen Zentrum für Krankheiten und Prävention, der als Freiwilliger mitgewirkt hat. "Tierische Darbietungen schädigen die Natur und fügen den Tieren physische und psychische Gewalt zu."

In China gibt es mehr als 200 zoologische Gärten, darunter auch 30 lizenzierte und unlizenzierte Wildtier-Parks. Das sind drei Mal mehr als in den USA und fünf Mal mehr als in Japan. In den 1980er-Jahren hatte die staatliche Forstverwaltung die Industrialisierung der Zoos gefördert und zahlreiche Tieraufführungen zugelassen. Der Zoo von Beijing war einer der ersten von ihnen. Doch Experten sind der Ansicht, dass dieses Vorgehen ein Fehler war.

"Die Probleme sind bei den kleinen und mittelgroßen Zoos am deutlichsten sichtbar", sagt Liu Nonglin vom Verband der chinesischen Zoos. "Das Leben der Tiere wird durch einen Mangel an Tierärzten, professionellen Mitarbeitern und durch schlechtes Management gefährdet." Der Congtai-Zoo in der Provinz Hebei konnte im vergangenen Jahr 100.000 Yuan durch den Verkauf von 10.000 Tickets für Tierdarbietungen einnehmen. Es kostete ihn allerdings rund 50.000 Yuan, um das Futter für einen einzigen Tiger während einer Zeitspanne von einem Jahr bereitzustellen.

"Tierdarbietungen verstoßen gegen das öffentliche Interesse, den Tierschutz und die Interessen der Erziehung. Deswegen sollten sie verboten werden", sagte Sun Xiaochun, Direktorin des Ministeriums für Wohnen und für die Stadt-Land-Entwicklung. "Jede Stadt, in der es Tierdarbietungen gibt, wird von der Liste der nationalen Gartenstädte entfernt." Das Ministerium habe ebenfalls eine Untersuchung zu den Zoos eingeleitet. Die Resultate werden bekannt gegeben, sobald der Bericht fertig ist, sagte sie weiter.

Quelle: http://german.china.org.cn vom19.04.2011

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