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News über Tierversuche Teil 2

Gigantisches Tiermassaker

Seit dem Inkrafttreten der EU-Richtlinie 67/548/EEC im Jahr 1981 müssen alle Chemikalien getestet werden – bei dem größten Teil dieser Untersuchungen handelt es sich um Tierversuche. Anschließend werden die Stoffe klassifiziert und entsprechend beschriftet. Vor 1981 wurden zwar auch schon Tierversuche durchgeführt, allerdings nicht in einem EU-einheitlichem Rahmen. Genau 100.106 Chemikalien kamen vor 1981 auf den Markt. Die EU plant nun ein Testprogramm, bei dem diese Substanzen noch einmal, diesmal in vereinheitlichten Tierversuchen, auf ihre mögliche Schädlichkeit hin getestet werden sollen. Die EU-Kommission will zunächst die 30.000 am häufigsten produzierten Chemikalien überprüfen lassen.

Die Chemikalien werden nach ihrer Produktionsmenge pro Jahr eingeteilt. Für jede der vier Volumenklassen sind Standard-Tests vorgesehen. Je größer die Menge, in der eine Substanz produziert wird, desto mehr Daten, d.h. desto umfangreichere Tierversuche werden verlangt.

Nach unserer Hochrechnung werden mindestens 21 Millionen Wirbeltiere für das Chemikalien-Programm leiden und sterben, die Fische und Wirbellosen noch nicht einmal eingerechnet. Andere Schätzungen gehen von 10 bzw. bis zu 28 Millionen Tiere aus. Wie dem auch sei, das Programm wird zu einem enormen Anstieg der Tierversuchszahlen in der EU führen. Doch wofür? Angeblich sollen Mensch und Umwelt vor schädlichen Chemikalien geschützt werden. Doch ist der Tierversuch überhaupt dafür geeignet?

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Die EU-Chemikalien-Tests

Ein grausames und sinnloses Unterfangen

Quelle: Ärzte gegen Tierversuche

Die EU-Kommission plant ein neues Testprogramm, bei dem etwa 30.000 alte Chemikalien – von Terpentin bis Textilfarbe, von Maschinenöl bis Pflanzenschutzmittel – auf ihre Giftigkeit überprüft werden sollen. Millionen Tiere sollen dafür zu Tode gequält werden. Chemikalien in Gegenständen des täglichen Gebrauchs und in der Umwelt stellen tatsächlich ein unkalkulierbares Risiko für die Gesundheit des Menschen dar. Tierversuche sind jedoch der falsche Weg, um die Sicherheit der Menschen vor schädlichen Substanzen zu gewährleisten. Nur eine sorgsame Auswertung bereits vorhandener, am Menschen gewonnener Daten sowie der Einsatz tierversuchsfreier Reagenzglas-Methoden können zu einer tatsächlichen Abschätzung der Risiken für Mensch und Umwelt führen.

Schädlich für Mensch und Umwelt

Nach offiziellen Statistiken sind in der EU jedes Jahr etwa eine Million vorzeitiger, durch chemische Substanzen verursachte Todesfälle zu beklagen. Etwa 80 bis 90 % aller Krebsfälle sind auf krebsauslösende, chemische Substanzen im täglichen Gebrauch und in der Umwelt zurückzuführen. Krebs ist in Europa inzwischen bei den 35- bis 65-Jährigen zur Todesursache Nummer eins geworden. Weitere 120.000 Todesfälle gehen in der EU jedes Jahr auf das Konto von akuten Arzneimittelnebenwirkungen. Im Bereich der chronischen, durch Arzneimittel verursachten Schäden dürfte die Zahl etwa doppelt bis dreimal so hoch liegen.


Bitte lesen Sie weiter auf der Seite: Tierversuche als Unsicherheitsfaktor!

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Tierversuche als Unsicherheitsfaktor

Die logische Schlussfolgerung muss sein, dass diese Substanzen offensichtlich nicht in genügendem Maße auf ihre Gefährlichkeit hin überprüft worden sind. Die gängige Methode für die Überprüfung von Chemikalien ist der Tierversuch.

Doch weder die vor 1981 durchgeführten noch die danach in der EU-Richtlinie 67/548/7EEC vorgeschriebenen Tierversuche konnten und können die Verbraucher wirksam vor schädlichen Chemikalien schützen. Auch die jetzt geplanten Tierversuche werden nicht zur Risikoabschätzung dieser Stoffe beitragen.

Im Gegenteil, das Testprogramm ist zum Scheitern verurteilt, wenn die EU sich dabei auf den Tierversuch als Testmethode verlässt. Gerade im Bereich der Giftigkeitsprüfungen zeigen sich immer wieder die gravierenden Unterschiede zwischen Mensch und Versuchstier. Was für den Mensch giftig ist oder Missbildungen hervorruft, kann für die Ratte harmlos sein und umgekehrt. Die Vorstellung, dass eine Tierart als biologisches Modell für eine andere dienen soll, ist geradezu absurd. Jede Tierart ist einzigartig bezüglich Anatomie, Physiologie und Stoffwechsel (Metabolismus) und besitzt ein nur ihr eigenes Erbgut. Die Gene steuern alle biologischen Aktivitäten, so auch die Reaktion auf giftige Substanzen.

Diese Genstruktur ist für jede Tierart einzigartig, das heißt auch die biologische Reaktion auf Schadstoffe ist speziesspezifisch, also nur für eine Art charakteristisch. Da neben der biologischen Reaktion auch noch andere Faktoren, wie Haltung, Nahrung, Konstitution usw., eine wichtige Rolle spielen, sind Ergebnisse aus einem Tierversuch nicht nur für die eine Tierart, sondern strenggenommen sogar nur für die betroffenen Individuen gültig.

Diese Tatsache, dass Tierversuche gerade im toxikologischen Bereich besonders unzuverlässig sind, ist auch den in diesem Bereich tätigen Wissenschaftlern bekannt. Der Grund für die Beibehaltung des Tierversuchs ist denn auch nicht sein wissenschaftlicher Wert, sondern die jahrzehntelange Etablierung dieser Methode in der Wissenschaftswelt.

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Wissenschaftliche Testmethoden

Das berechtigte Interesse der Menschen, vor schädlichen Chemikalien geschützt zu werden, kann nicht durch noch mehr Tierversuche gelöst werden. Über viele Chemikalien, die seit über 20 Jahren auf dem Markt sind, liegen bereits zahlreiche, am Menschen gewonnene Daten vor. Dieses bereits vorhandene Wissen muss zunächst ausgewertet werden. Für weitere Informationen steht eine Vielzahl tierversuchsfreier Testmethoden zur Verfügung, die nicht nur sinnvolle, für den Menschen relevante Ergebnisse liefern, sondern zudem noch viel billiger und vor allem auch schneller sind.

Beispielsweise dauert der übliche Tierversuch zur Feststellung krebserregender Eigenschaften einer Substanz drei bis fünf Jahre. Der tierversuchsfreie SHE-Test hingegen liefert verlässliche Resultate schon nach wenigen Wochen.

Diese neuen, so genannten In-vitro-Systeme (in vitro = im Reagenzglas) werden noch nicht eingesetzt, weil sie zunächst validiert werden müssen. Bei der Validierung werden die Ergebnisse der In-vitro-Tests in langwierigen Studien mit den Ergebnissen aus bekannten Tierversuchen verglichen. Nur wenn beide übereinstimmen, wird eine tierversuchsfreie Methode behördlich anerkannt und nach einem weiteren langwierigen Vorgehen in die gesetzlichen Bestimmungen aufgenommen. Mit anderen Worten: Die Qualität neuer, sinnvoller Testsysteme wird an einer schlechten, veralteten Methode, die selbst nie validiert wurde, gemessen.

Es ist kein Wunder, dass bei diesem Vorgehen bislang nur einige wenige In-vitro-Methoden in die Gesetze aufgenommen wurden. Einzige Ausnahme war der 3T3-NRU-Test zur Bestimmung der Phototoxizität (hautschädigende Wirkung bei Sonnenlichteinstrahlung). Die Vergleiche zwischen Tierversuchsergebnisse und am Menschen gewonnenen Daten waren so extrem schlecht, dass der tierversuchsfreie Test nicht, wie üblich, am Tierversuch gemessen wurde, sondern an Menschendaten.

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