Sie sind hier: Startseite > News > News über Tierversuche > News Tierversuche

News Tierversuche

Pressemitteilung vom 19.11.2010

Endlich: Tierfreier Test ersetzt qualvollen Mäuseversuch für Muschelgifte

Die EU-Kommission hat aktuell angekündigt, den sogenannten Maus-Bioassay, einen qualvollen Tierversuch zur Testung von Algengiften in Muscheln, durch ein tierfreies Verfahren zu ersetzen. Für die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche ist es unverständlich, warum die tierversuchsfreie Methode, die bereits seit 25 Jahren vorhanden ist, erst heute Eingang in die EU-Vorschriften findet.

Muscheln können giftige Algen enthalten. Um Konsumenten vor möglichen Vergiftungen zu schützen, müssen in der EU seit 1991 Muscheln getestet werden, bevor sie in den Verkauf gehen. Dabei werden Stichproben der Weichtiere jeweils drei Mäusen in die Bauchhöhle injiziert. Sterben zwei der drei Mäuse gilt der Fang als giftig und er darf nicht vermarktet werden. Der Todeskampf der Tiere kann sich über 24 Stunden erstrecken. Die Mäuse ersticken qualvoll. Der Test ist nicht nur äußerst grausam, sondern gilt auch als besonders unzuverlässig.

In Deutschland wird bereits seit den 1980er Jahren eine rein tierfreie chemisch-analytische Methode, das HPLC-Verfahren, angewandt. »Während überall in der EU jährlich Hunderttausende von Mäusen in dem vorgeschriebenen Maus-Bioassay qualvoll sterben, wurde der deutsche Sonderweg von der EU toleriert, nachdem Deutschland zunächst gezwungen werden sollte, sich an die EU-Vorschriften zu halten und den Tierversuch durchzuführen«, erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche.

Mehrere Jahre brauchte das EU-Referenzlabor für Marine Biotoxine in Spanien, um die HPLC-Methode zu validieren – eine Voraussetzung für die gesetzliche Anerkennung. Im Jahr 2009 legte die EU-Kommission einen Novellierungsvorschlag vor, die EU-Vorschrift zur Testung von marinen Biotoxinen entsprechend zu ändern. Am 17. November 2010 stimmten nun die Mitgliedstaaten dem Vorschlag zu. Die chemisch-analytische Testung von Muscheln soll ab Juli 2011 EU-weit eingeführt werden. Laut Kommission werden dadurch 300.000 Mäuse pro Jahr eingespart.

Nach Art der Symptome, die sie hervorrufen, unterscheidet man fünf Giftgruppen: Amnesie hervorrufendes Muschelgift (ASP), lähmendes Muschelgift (PSP), Durchfall erzeugendes Muschelgift (DSP) zu dem auch Yessotoxine (YTX), Pectotentoxine (PTX) und Azaspironsäure-Nervengift (AZA) gehören. ASP-Gifte werden bereits seit Jahren tierversuchsfrei getestet. Die neue Regelung gilt für die Gruppe der DSP-Toxine, einschließlich YTX, PTX und AZA. Für die lähmenden Muschelgifte PSP wurde 2007 ein tierversuchsfreies Verfahren anerkannt, allerdings ist der Maus-Bioassay nach wie vor die Referenzmethode, wird also weiterhin durchgeführt.

Dr. Corina Gericke: »Es ist erfreulich, dass es bei den Tierversuchen für Muschelgifte endlich voran geht. Gleichzeitig ist es unfassbar, dass eine seit 25 Jahren etablierte, tierversuchsfreie Methode, so lange braucht, bis sie auf EU-Ebene anerkannt und eingesetzt wird. Weder die lange Übergangszeit bis Juli 2011 ist gerechtfertigt, noch die Fortführung des Mäuse-Versuchs für PSP-Gifte.«



zurück News Tierversuche

Welttierschutztag am 4. Oktober:

Politik ignoriert Forderung der Bürger nach Ausstieg aus dem Tierversuch

Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) zieht zum diesjährigen Welttierschutztag am 4. Oktober Bilanz und kommt zu dem Schluss, dass entgegen der in Umfragen deutlich werdenden Forderungen der Bürger, dass auf Tierexperimente verzichtet werden soll, die Ausbeutung der Tiere in den Labors immer mehr zunimmt. Die ÄgT bezeichnet die Untätigkeit der Politik als »Blockade einer ethischen Wertegesellschaft«.

Link:
Bitte lesen Sie hier weiter...

Militärversuche an lebenden Tieren untersagt

Protest der „Ärzte gegen Tierversuche“ erfolgreich Quelle Tasso vom 08.09.2010

Nach Plänen der US-Armee in Deutschland hätten auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr in der Oberpfalz Schweine und Ziegen verletzt werden sollen, um diese dann zu Übungszwecken im Rahmen der Sanitätsausbildung zu behandeln. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche und andere Tierrechtsverbände hatten zu Protesten aufgerufen. Die zuständige Genehmigungsbehörde, die Regierung der Oberpfalz, untersagte den Amerikanern das Vorhaben, da die Experimente gegen das Tierschutzgesetz verstoßen würden. Schweinen und Ziegen sollten nach dem Willen der US-Armee zu Übungszwecken für Sanitäter mit dem Skalpell Stich- und Schnittwunden beigebracht werden, um eine möglichst realitätsnahe Übungssituation zu simulieren.

"Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung von Waffen, Munition und dazugehörigem Gerät sind in Deutschland verboten", so die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche. "Außerdem dürfen laut Tierschutzgesetz Tierversuche zur Aus-, Fort- und Weiterbildung nur durchgeführt werden, soweit ihr Zweck nicht auch auf andere Weise erzielt werden kann", so die Vereinigung weiter.

Es werde Zeit, dass diese unsinnigen Übungen des Militärs endlich deutschlandweit verboten werden, so auch Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. Die US-Armee kann nun gegen die Entscheidung vor Gericht gehen oder aber einen abgewandelten Antrag erneut einreichen.

nach oben News Tierversuche

Tierversuche in Hessen dramatisch gestiegen

Quelle: Tasso vom 05.08.2010

Die Tierversuche des Landes Hessen sind im Jahr 2009 dramatisch angestiegen. Allein die Forschungseinrichtungen der Wirtschaft des Landes verbrauchten insgesamt 160.744 Tiere, wie der Bund gegen Missbrauch der Tiere jetzt berichtet. Dazu kommen die Tierversuche an den hessischen Universitäten: Allein an der Johann Wolfgang Goethe-Universität kamen 2009 fast 25.000 Tiere ums Leben, fast doppelt so viele wie fünf Jahre zuvor. Angesichts der erschreckenden Zahlen bleibt die Frage, wann man endlich zu alternativen Methoden wechseln wird.

Dazu Mike Ruckelshaus vom Bund gegen Missbrauch der Tiere: "Konkret fordern wir von der Landesregierung die Einrichtung einer Professur zur Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch sowie ein landesweites Förderprogramm für die Entwicklung von Alternativmethoden." Darüber hinaus sehe der Bund gegen Missbrauch der Tiere ein nachahmenswertes Beispiel für Hessen in den Koalitionsvereinbarungen der neuen Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, die eine jährliche Reduzierung der Tierversuche um zehn Prozent vorsehen, so Ruckelshaus weiter.

"Die Vermutung liegt nahe, dass auch in anderen Bundesländern die Tierversuchszahlen an Universitäten und wirtschaftlichen Forschungseinrichtungen ähnlich wie in Hessen gestiegen sein könnten", unterstützt Philip McCreight von TASSO die Forderung nach alternativen Versuchsmethoden. "Wir benötigen daher dringend eine politische Lösung."

nach oben News Tierversuche   nächste Seite News über Tierversuche 2