Neubau eines riesigen Tier-versuchslabors

für abertausende Genmäuse geplant!

Das Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) plant, versteckt in einem Waldstück, ein riesiges neues Tierlabor zu bauen. Unter dem Deckmäntelchen der (Krebs-)Forschung sollen dort Hunderttausende von genmanipulierten Mäusen einen qualvollen Tod sterben. Weitere Infos über das Projekt und welche furchtbaren Schmerzexperimente am MDC bereits durchgeführt wurden, finden Sie weiter unten.

Was genau passiert am MDC?

Das MDC ist ein riesiges Forschungsgelände in Berlin. Dort wird zwar auch „in vitro“ geforscht, leider gibt es aber auch viele Wissenschaftler, die dort noch immer auf Tierversuche setzen. In erster Linie handelt es sich um sogenannte Grundlagenforschung; konkrete Ergebnisse für die Medizin sind jedoch selten. Trotzdem werden Forscher wie Gary Lewin, der extrem grausame Versuche zum Schmerzempfinden verschiedener Tiere durchführt, mit hohen Summen von EU-Geldern gefördert!

Im Folgenden einige Beispiele für Studien, die von Forschern des MDC durchgeführt wurden und die zeigen, wie grausam und überflüssig Tierversuche sind:

Mäuse wurden auf ein Gitter gesetzt. Durch das Gitter wurde ihnen von unten mit feinen Drähten in ihre empfindlichen Pfoten gestochen. Essigsäure und Salzsäure wurden in ihre Beine gespritzt, dann wurden sie wieder mit feinen Drähten gestochen. Wie oft sie die Pfoten wegzogen oder wie lange sie ihre Pfoten leckten, wurde als Maßstab für das Schmerzempfinden der Tiere betrachtet.

Mäusen wurde eine gewebereizende Zuckerlösung in den Brustkorb gespritzt, woraufhin sie eine Entzündung des Brustfells und Rippenfells bekamen.

Im selben Experiment wurde Mäusen Kochsalzlösung, Formalin oder Capsaicin (das ist die chemische Verbindung, die Chilischoten ihre extreme Schärfe verleiht) in die Pfoten gespritzt. Einige Mäuse wurden auf fast 60° C heiße Herdplatten gesetzt.

Ratten wurden mit Kohlendioxid vergast, anschließend wurden ihre Beine aufgeschnitten und noch lebende Nerven am Oberschenkel entnommen. Anderen Ratten wurde vor ihrem Tod eine gewebereizende Zuckerlösung in die Umgebung der Oberschenkelnerven gespritzt und sie wurden erst nach einigen Stunden getötet, als das Gewebe schon deutlich entzündet war.

Mäusen wurden Capsaicin (s.o.), Kampher oder andere scharfe oder brennende Substanzen in den Brustkorb gespritzt, anschließend wurden sie mit feinen Drähten gestochen.

Mäuse wurden enthauptet und seziert.

Was hat es mit dem Neubau auf sich?

In einem an das MDC-Gelände angrenzenden Waldstück soll bis 2016 ein riesiger Neubau entstehen, der Name „In-Vivo-Pathophysiologielabor“ (IPL) bedeutet nichts anderes als dass hier Tierversuche durchgeführt und Tiere für diese Versuche gehalten und gezüchtet werden sollen! Die Zahlen, die bisher veröffentlicht wurden, sprechen eine deutliche Sprache:

Im neuen IPL sollen Kapazitäten für 4.000 Mäusekäfige entstehen. Rechnet man mit einem durchschnittlichen „Besatz“ von 4 Mäusen pro Käfig, wären dies etwa 16.000 Mäuse. Da die Mäuse aber meist nur kurze Zeit dort leben, bevor sie in Versuchen „verwendet“ und getötet werden, werden pro Jahr viele zehntausende Mäuse dort in qualvollen Experimenten umkommen. Bislang beispielsweise hat das MDC Kapazitäten für knapp 20.000 Käfige, genehmigt sind aber derzeit Projekte mit insgesamt über 450.000 Mäusen. Dies zeigt, dass diese sozialen und freundlichen Tiere wie Wegwerf-Labormaterial betrachtet werden, das Wohl der individuellen Maus oder ihre Bedürfnisse spielen nicht die geringste Rolle.

Noch können wir versuchen, den Neubau mit Ihrer Hilfe zu verhindern, denn er ist noch nicht genehmigt!

Was hat PETA bis jetzt getan?

PETA Deutschland führt seit Monaten Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden und hat nicht nachgegeben, bis schließlich Akteneinsicht gewährt wurde. Daher kennen wir beispielsweise die Tierzahlen derzeitig laufender Projekte am MDC. Außer Mäusen (derzeit fast eine halbe Million) sind am MDC aktuell auch Versuche mit Ratten, Kaninchen, Hamstern, Meerschweinchen, Nacktmullen, Hühnern, Fischen und Krallenfröschen für insgesamt 255 Projekte genehmigt.

Die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die über die Genehmigung des Projektes entscheiden muss (und die bereits den Neubau eines weiteren, kleineren Tierhauses entgegen der Empfehlung der Naturschutzbehörde durchdrückte), wurde von PETA Deutschland mehrfach angeschrieben, mit der Bitte, Stellung zu unseren Bedenken zu nehmen. Die Senatsverwaltung will aber an ihren Plänen festhalten, weswegen wir nun den Weg über die Öffentlichkeit wählen. Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit wurde von PETA angeschrieben, wir hoffen auf baldige Antwort.

Wie ist die rechtliche Situation?

PETA stellt am bisherigen Verhalten der beteiligten Behörden fest, dass völlig vergessen wird, dass der Tierschutz als Staatsschutzziel in die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurde und bei Genehmigungsvorhaben – verpflichtend – eine Abwägung zwischen Abs. 20a (Tierschutz) und Abs. 5 GG (Forschungsfreiheit) erfolgen muss. In diesem Fall muss nach Ansicht von PETA Deutschland e.V. die Abwägung klar zugunsten des Tierschutzes erfolgen, gerade auch im Hinblick auf die anstehenden gesetzliche Änderungen zum Schutz von „Versuchstieren“, die einen solchen Ausbau von Tierversuchskapazitäten nicht mehr als zeitgemäß erscheinen lassen!

Quelle: peta vom 09. Februar 2012

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