Massaker unter den grauen Riesen

Abschuss von Elefanten in Südafrika wieder erlaubt

Quelle: Tasso-Newsletter vom 26.02.2008 - noch immer aktuell!

Der Abschuss von Elefanten in Südafrika ist auf Grund von weltweiten Protesten seit 1994 verboten. Die Bestände konnten sich so von damals gerade noch 8.000 Tieren auf mittlerweile 20.000 erholen. Die südafrikanische Regierung möchte nun die wachsende Population unter Kontrolle bringen und erlaubt ab dem 30. Februar nach 14 Jahren wieder das so genannte Culling, das Töten von Elefanten. Es stelle nur einen Teil der Maßnahmen für das Management der Elefantenherden dar, so das südafrikanische Umweltministerium. Umsiedlung, Geburtenkontrolle und größere Parks seien ebenso vorgesehen. “Man kann sich des Eindrucks nicht entziehen, wieder in der Steinzeit gelandet zu sein.”, empört sich Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO im hessischen Hattersheim. “Wie kann es sein, dass diese nach wie vor seltenen Tiere massenweise getötet werden sollen, wo es doch genug Möglichkeiten gäbe, einer – wie es Südafrika nennt – ökologischen Belastung durch die Elefanten Herr zu werden.”

Wilderer werden brutaler

Das grausame Töten von Elefanten und Nashörnern nimmt in Afrika dramatisch zu. Die Stoßzähne und Hörner der Tiere stehen besonders in China hoch im Kurs – in Pulverform gilt das Weiße Gold sogar als Heilmittel gegen Krebs.

Es sind Szenen wie aus dem Krieg: Ausgerüstet mit Maschinengewehren und Raketenwerfern seien vier Einheiten von Wilderern in der Zentralafrikanischen Republik unterwegs nach Kamerun, berichtete Mitte Dezember 2012 die Umweltschutzorganisation WWF. Im Norden Kameruns wollten die Trupps massenhaft Elefanten abschießen.

Das war im Februar 2012 schon einmal geschehen. Gut bewaffnete und organisierte Banden waren aus dem Sudan und Tschad in den Bouba N’Djida National Park eingesickert. Dort massakrierten sie über 350 Elefanten. Die Wilderer hatten auch Helfer in der lokalen Bevölkerung. Allzu oft zerstörten die Tiere, deren Lebensraum immer weiter eingeschränkt wird, Felder von Kleinbauern. Deshalb tragen diese nun zur Dezimierung der Rüsseltiere bei.

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Quelle: 29.01.2013, 10:40 · von FOCUS-Redakteur Michael Odenwald

Lesen Sie hier die PDF.-Datei Trophäenjagd, Zahlen und Fakten
ifaw_trophyhuntingreport_dev2.pdf [531 KB]

Der Tschad ist ein von Bürgerkriegen zerrissener Staat mit rund 1,3 Quadratkilometern Fläche. Darauf tummeln sich gerade einmal 2.500 Elefanten. Vor fünf Jahren waren es noch 4.000. Allein in den letzten zwei Wochen wurden mindestens zwanzig Elefanten gewildert.

Erlegt werden die Tiere ausschließlich wegen des Elfenbeins, das international auf grauen und schwarzen Märkten verkauft wird. "Das Ausmaß lässt uns vermuten, dass hier gut organisierte Banden vorgehen", vermutet denn auch Céline Sissler-Bienvenue, vom Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW). "Häufig waren es bisher Gruppen aus angrenzenden Ländern, die im Tschad Elefanten wildern und mit dem 'weißen Gold' Waffen für die Konflikte in Dafur oder in der Zentralafrikanischen Republik kaufen."

2009 wurde Elfenbein in China, wo es für Schmuck und pseudomedizinische Zwecke verwendet wird, für 1.200 Euro pro Kilogramm gehandelt. Unter der Voraussetzung, dass ein Stoßzahn durchschnittlich zehn Kilogramm wiegt könnte das jetzt erbeutete für bis zu 480.000 Euro verkauft werden.

Hintergrund

In dem instabilen zentralafrikanischen Land lassen sich Schutzbestimmungen nur selten umsetzen. Selbst im bekannten Zakouma Nationalpark im Süden des Landes, der etwa 600 Elefanten beherbergt, schlagen immer wieder Wilderer zu. Die Geschichte des Parks verzeichnet zehn im Kampf mit Wilddieben getötete Wächter.

http://www.futureforelephants.org/ Dieser vertrauenswürdiger Verein, setzt sich für die gefährdeten Elefanten ein!

In den 1970er Jahren gab es 1,3 Millionen Elefanten, deren Anzahl durch Wilderei auf unter 500.000 gesunken ist. Unser Ziel ist es, Elefanten und ihre Lebensräume weltweit zu schützen und zu erhalten.

Wir wollen die Öffentlichkeit für die existenzielle Bedrohung der Elefanten sensibilisieren, indem wir Briefe und Petitionen schreiben, Demonstrationen organisieren und mit sozialen Medien arbeiten. Wir führen einen Dialog mit Politikern, um den Schutz von Elefanten durch Gesetze zu verbessern und Projekte zur Erhaltung vor Ort und zur Bekämpfung von Wilderei zu unterstützen. http://www.futureforelephants.org/ Massaker unter den grauen Riesen

Wilderei in Botswana - Empörung über getötete Elefanten

In kaum einem Land Afrikas lebten Elefanten bisher so sicher wie in Botswana. Tierschützer haben nun gemeldet, Dutzende Tiere seien getötet worden. Über das Ausmaß der Wilderei gibt es allerdings stark unterschiedliche Angaben.

Wilderer sollen in Botswana zahlreiche Elefanten getötet haben. Wildschützer entdeckten bei einer Zählung der Elefanten-Population aus der Luft nach eigenen Angaben etwa 90 getötete Tiere. Laut der Tierschutzorganisation Elephants Without Borders waren den Tieren die Stoßzähne abgenommen worden.

"Das Wildern von Elefanten hat ein Ausmaß erreicht, wie ich es bisher in Afrika noch nicht gesehen habe", sagte der Direktor von Elephants Without Borders, Mike Chase. Mitte Juli habe seine Organisation mit der Zählung der Elefanten-Population begonnen. "Jeden Tag zählen wir mehr tote Elefanten", sagte Chase.

An den von der Organisation genannten Zahlen gibt es Zweifel. Botswanas Regierung reagierte auf den Bericht und teilte mit, es seien 53 tote Tiere gewesen, die meisten seien aufgrund natürlicher Ursachen gestorben. Allerdings wurde dies auch wieder relativiert; Tourismusminister Tshekedi Khama sagte, viele der Tiere seien von Wilderern getötet worden.

Rund 135.000 Elefanten im Land

Die "New York Times" berichtete indes Ende September, die Regierung habe in einem Nationalpark 19 tote Elefanten gefunden, nur ein knappes Drittel davon sei von Wilderern getötet worden. Der Rest sei eines natürlichen Todes gestorben oder im Konflikt mit Dorfbewohnern getötet worden. Wissenschaftler kritisierten zudem, dass Elephants Without Borders sich aufgrund einer Betrachtung aus dem Flugzeug heraus auf Wilderei als Todesursache festgelegt habe.

Botswana galt laut Chase bislang als relativ sicher für Elefanten. In dem Land leben etwa 135.000 der 415.000 Elefanten in Afrika. Nachdem die Tiere in den Nachbarländern Angola und Sambia fast ausgestorben seien, wichen nun viele Wilderer nach Botswana aus, sagte Chase.

Der Tierschützer kritisierte, dass Botswana Anfang des Jahres seine Wildhüter entwaffnet habe. Zuvor hätten Wilderer damit rechnen müssen, erschossen zu werden. Nach der Entwaffnung sei die Wilderei stark angestiegen. Motiviert werden die Wilderer auch von den hohen Erlösen, die Elfenbein vor allem in Asien erzielt. Es gibt allerdings Experten, die sagen, dass das Militär im Kampf gegen Wilderei weitaus wichtiger sei als die bewaffneten Wildhüter.

"Dramatische Entwicklung"
Botwana hatte unter dem früheren Präsidenten Ian Khama - der eng mit Elephants Without Borders verbunden war - 2013 die Großwildjagd verboten. Dafür hatte das Land von Tierschutzorganisationen viel Lob bekommen. Allerdings gab es auch Kritik, weil Jagdlizenzen für Einheimische eine wichtige Einnahmequelle waren. Khamas Nachfolger Mokgweetsi Masisi hat laut "New York Times" eine neue Debatte über das Verbot angestoßen, wohl auch, um Wählerstimmen im ländlichen Raum zu gewinnen.
Quelle: Spiegel online

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