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Kaninchen: Haltungsvorschriften treten in Kraft

Wie sieht das Leben eines »Mastkaninchens« aus?

In kommerziellen Betrieben werden die Tiere in engen, niedrigen Käfigen auf Metall- oder Kunststoffrosten gehalten - meist ohne Einstreu. Dabei treten Verletzungen der Pfoten auf. Durch den Bewegungsmangel verkrümmt sich bei vielen Kaninchen die Wirbelsäule. Durch die beengte, reizarme Haltung kommt es zu Kannibalismus und Selbstverstümmelung. Bis zu 50% der »Masttiere« sterben aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen und an Infektionskrankheiten.

Bei privaten Haltern werden Kaninchen meistens in traditionellen Holzställen gehalten. Zwar bekommen die Tiere häufig wenigstens eine Unterlage aus Stroh, doch ansonsten bietet der Holzstall nicht viel mehr als der Käfig. Auch hier können die Tiere ihren Bewegungsdrang nicht ausleben, sie haben keine Möglichkeit zum Rückzug oder zum Graben. Im Alter von wenigen Monaten werden die Kaninchen geschlachtet.

Tierquälerische Intensivtierhaltung auch mit den neuen Haltungsvorgaben
Bis September 2013 gab es keine bindenden gesetzlichen Vorschriften zur Haltung von Kaninchen in Deutschland. Am 20. September 2013 stimmte der Bundesrat über den Entwurf der Bundesregierung zur Haltung von Mastkaninchen ab. Trotz der Verbesserungen sind die neuen Vorschriften alles andere als ausreichend für die bewegungsaktiven Tiere. Die Verbesserungen sind lediglich ein Minimalansatz und eine überfällige Maßnahme zur Eindämmung der schlimmsten Tierquälereien.

Denn auch mit den höheren Haltungsanforderungen handelt es sich bei der Kaninchenhaltung um eine tierquälerische Intensivtierhaltung, in der die Tiere bis zu ihrer Schlachtung in Käfigen gehalten werden. Menschen für Tierrechte lehnt diese Haltungsform komplett ab und appelliert an die Verbraucherinnen: Kaufen Sie kein Kaninchenfleisch. Der beste Tierschutz ist es, überhaupt keine Produkte von Tieren zu konsumieren.

Hier finden Sie den Entwurf der Bundesregierung (Drucksachen Nr. 570/13 Regierungsentwurf, Nr. 570/1/13, Ausschussempfehlungen und Nr. 570/13, Beschluss des Bundesrates): www.tierschutzwatch.de

Tierschutzbeauftrage kritisiert neue Haltungsvorgaben
Kritik kommt auch von der hessischen Landestierschutzbeauftragten Dr. Madeleine Martin. Ihre Meinung zum 2. Entwurf zur Kaninchenhaltungsverordnung: „Käfigsysteme mit so geringen Abmessungen und perforierten Böden wie in dem Entwurf vorgesehen sollten eigentlich der Vergangenheit angehören. Sie berücksichtigen die biologischen Eigenschaften und das natürliche Verhalten der Tiere völlig unzureichend, werden weiterhin zu Schäden und Verhaltensstörungen führen. Insbesondere das Bewegungsbedürfnis der Kaninchen wird unverhältnismäßig stark zurückgedrängt. Offensichtlich hat die Bundesregierung aus ihrem Debakel mit der Legehennenhaltung nicht gelernt“. Ihrer Meinung nach stehe der Entwurf zur Kaninchenhaltung dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Legehennenhaltung vom 06.07.1999 eindeutig entgegen und werde über kurz oder lang ein Normenkontrollverfahren nach sich ziehen.

Regierung bremste bisher Initiativen für Haltungsvorgaben aus
Der Bundesrat hatte die Regierung schon im März 2009 durch einen Antrag von Baden-Württemberg und Niedersachen aufgefordert, den Tierschutz bei der Haltung von Kaninchen zu Erwerbszwecken durch eine Änderung der sogenannten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung rechtsverbindlich zu regeln. In ihrem Beschluss forderten die Länder die Bundesregierung auf, Haltungsvorgaben für Deutschland zu erarbeiten, sobald erkennbar ist, dass vergleichbare Regelungen auf europäischer Ebene kurzfristig nicht zu erzielen seien. Vier Jahre später, Ende März 2012, legte die Regierung einen Entwurf zur Kaninchenhaltung vor. Der Bundesverband, der zur Stellungnahme aufgefordert wurde, beurteilte auch die neuen Haltungsvorgaben für inakzeptabel, weil sie die Käfighaltung weiterhin ermöglichen statt sie zu verbieten. Ähnlich wie bei den Hennen sollen auch die Kaninchen weiterhin in Käfigen, die wenig größer sind als die alten Käfigsysteme, gehalten werden dürfen.

Bei der Käfighaltung können die Tiere ihre arteigenen Verhaltensweisen nicht ausleben. Mehr als fünf Jahre später, am 20. September 2013, stimmte der Bundesrat den neuen verbindlichen Haltungsvorgaben zu.

Wie leben Kaninchen in Freiheit?

In Deutschland leiden und sterben jedes Jahr Millionen Kaninchen zur »Fleischproduktion«. Sie leben unter tierwidrigsten Bedingungen, die zu Verletzungen und anderen Schäden führen. Ihre arteigenen Verhaltensweisen und ihren ausgeprägten Bewegungsdrang können sie auch mit den neuen Haltungsvorgaben nicht ausleben. Denn auch wenn die Tiere nun ein wenig "besser" gehalten werden, so haben sie dennoch nur ein kurzes Leben in Käfighaltung und müssen die Torturen von Transport und Schlachthof erleiden. Menschen für Tierrechte lehnt diese Haltungsform komplett ab und appelliert an die Verbraucherinnen: Kaufen Sie kein Kaninchenfleisch. Denn der beste Tierschutz ist es, überhaupt keine Produkte von Tieren zu konsumieren.

Quelle: http://www.tierrechte.de/

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