Irrsinn Jagd

Irrsinn Jagd - Waschbären, Marder

und andere Beutegreifer

Die Jagd auf Waschbären, Marderhunde, Fuchs und Co. ist mit nichts zu begründen

Wenn man das alles aufzählen wollte, was Jäger vor die Flinte bekommen, wäre es eine immens lange Liste, von jagdbaren und nichtjagdbaren Tieren, Haustieren und Menschen mit eingeschlossen.

So wurden allein nur in Thüringen in der vergangenen “Jagdsaison“ 2009/2010 von Jägern nicht „nur“ 33.300 Rehe, 1.050 Stck. Damwild, 4.500 Rothirsche, 20.300 Wildschweine, 1.350 Mufflons, 2.550 Feldhasen und 1.550 Kaninchen erlegt, nein auch unsinnigerweise 4.100 Waschbären, 88 Marderhunde, 24.350 Füchse, 2.320 Dachse, 6.050 Stockenten, 960 Ringeltauben, 4.200 Rabenkrähen und 3.800 Elstern getötet. Bereits bei dieser Aufzählung wird die Widersinnigkeit des Verhaltens deutscher Jäger zur Gewißheit. Da brüsten sie sich damit, daß sie über Tausend Mufflons geschossen, verschweigen jedoch, daß sie selbst diese Tiere ins Land gebracht, um ein breiteres „Beutespektrum“ zu haben.

Ebenso verhält es sich mit dem sogenannten „Jagdfasan“. Erst durch die unsinnigen Abschüsse von heimischen Beutegreifern erhielten Waschbär und Marderhund die Chance sich hier anzusiedeln. Freigewordene Fuchsreviere durch den Abschuß werden schnell durch einwandernde evtl. kranke Füchse bzw. Marderhunde besetzt. Der sogenannte „erhebliche Schaden“, den Waschbären anrichten, wie ihn das jägerfreundliche Agrarministerium bezeichnet, läßt sich leider überwiegend lediglich nach vertilgten Schnecken und anderem Kleingetier beziffern. Wirklich nachgewiesene Schäden kann auch das Thüringer Ministerium nicht vorweisen. Waschbären und Marderhunde jetzt mit der Falle bekämpfen zu wollen, ist wohl das Perfideste, was sich Menschen einfallen lassen können.

Doch Jäger sind nun mal perfide, wie immer wieder festzustellen ist. Wildbiologische Gutachten haben durch jahrelange Forschungsarbeit ergeben, daß weder Füchse noch Rabenkrähen und Elstern am Niedergang von Bodenbrütern (Gelegeraub bei Vögeln findet in der Bevölkerung stets Gehör) maßgeblichen Anteil haben – doch behauptet wird es immer wieder.

Fazit: Jeglicher Abschuß von Beutegreifern ist mit nichts zu rechfertigen. An den jährlich kaum zu bewältigenden Populationen der Feldmaus erkennt bereits der Laie, daß hier etwas aus dem Lot läuft. Wenn dann diese Bestände durch barbarisch wirkende Gifte reduziert werden, die so ganz nebenbei auch andere teils strenggeschützte Wildtiere mit in den Tod reisen, wird der Unsinn des Beutegreiferabschusses, bei denen die Feldmaus ganz oben auf der Speisekarte stehen, offensichtlich.

Auch daß die Populationen von Wildschweinen erst durch den Eingriff von ihnen so immens ansteigen, verschweigen die Jäger. Ebenso propagieren sie nicht, daß deutschlandweit jährlich über 5 Millionen Wildtiere durch ihre Hand sterben. Die etwa 300.000 Hauskatzen und 40.000 Hunde sowie jährlich etwa 40 Menschen, die ihr Leben durch Jäger verlieren, nur am Rande erwähnt. Es wäre folglich für unsere Tier – und Umwelt der größte Segen, würde die Jagd, das Überbleibsel einer längst verstrichenen Zeitepoche, ganz abgeschafft und die Natur, wie bereits in Habitaten wie in der Schweiz, in Nord – und Mittelitalien sich selbst überlassen würde. Es gäbe keine Populationsprobleme und ebenso wenig Verbißschäden in unseren Wäldern.

Doch solange es noch jagdgeile Politiker gibt, werden wir wohl noch mit den hausgemachten „Naturproblemen“ konfrontiert werden. Jäger werden auch den Menschen noch lange vorgaukeln, daß es sie geben muß, um angeblich regulierend in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft einzugreifen. Die wirklichen "Regulierer" wurden und werden stets von Jägern verfolgt und getötet.

Die Jagd als ein Relikt aus der Zeit der Menschwerdung, wird wohl noch so lange Bestand haben, so lange es Menschen gibt, deren größte Lust es ist, „Beute zu machen“ und „andere Lebewesen zu töten“. Statt Leben und Gesundheit unserer Mitgeschöpfe, mit denen wir den Lebensraum Natur teilen, zu achten, verfolgt und tötet eine gewisse Klientel diese Wesen – oftmals mit einer Inbrunst, die man getrost als pervers bezeichnen – und wie schon Altkanzler Heuss beim Namen nannte, als Geisteskrankheit diagnostizieren kann.

Quelle: http://www.dtoday.de
vom 19.02.2011

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