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News über Delfine und Wale

Schutz von Kleinwalen in Nord- und Ostsee

Quelle: WDCS

Mittwoch, 06.10.2010, ging ein dreitägiges Treffen des beratenden Komitees von ASCOBANS, einem Abkommen zum Schutz von Kleinwalen in der Nord- und Ostsee, zu Ende. Die WDCS war mit drei Wissenschaftlern und Experten vor Ort in Bo nn vertreten.

Eines der zentralen Themen war die Erhaltung des Schweinswals in der Abkommensregion. In der Ostsee ist diese Art vom Aussterben bedroht. In der Nordsee ist die Art zahlenmäßig häufiger, jedoch sterben weiterhin Tausende Tiere jedes Jahr einen grauenvollen Tod als Beifang in der Fischerei, vor allem in Stellnetzen. Bei der Umsetzung von bestehenden Schutzmaßnahmen und Erhaltungsplänen scheitert es aber bereits oft an der Frage der Zuständigkeit der Staaten und Fragen, wie „wo ist die Grenze zwischen Nord- und Ostsee“. Und so sterben die auch als „Kleinen Tümmler“ bezeichneten Meeressäuger weiter in großer Zahl.

Ein kleiner Schritt
Zwei Arbeitsgruppen sollen nun die Umsetzung der Schutzpläne vorantreiben. Deutschland sichert die Finanzierung einer Teilzeitstelle zu. Die WDCS erachtet dies als zu wenig - viel zu wenig! Aber immerhin ein kleines Zeichen seitens Deutschlands, während den anderen Staaten - allen voran Dänemark - das Dilemma in der Nord- und Ostsee nur leere Worthülsen wert ist. Das Thema LÄRM findet aktuell noch kaum Beachtung. Aber nicht mit uns!

Bitte beachten Sie auch folgende Grafik:
Grafik [38 KB]

ASCOBANS

Im Jahr 1994 trat ein ambitioniertes Abkommen (ASCOBANS) für die Erhaltung von Kleinwalen (Delfine, Schweinswale, Schnabelwale…) in der Nord- und Ostsee in Kraft. Im Februar 2008 wurde das Gebiet auf Teile des Nordostatlantiks ausgeweitet. Gegenwärtig hat ASCOBANS zehn Mitgliedsstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Niederlande, Polen, Schweden.

Dem aktuellen Treffen ging eine schwierige Zeit des Abkommens voraus, da zahlreiche Staaten die Existenz des Abkommens in Frage stellten. Viele Regierungen würden Schutzabkommen lieber eliminieren, da nach einigen Jahren der Existenz einfach klar wird, dass sie selbst versagen und kaum Initiativen setzen, um Meeressäuger effizient zu schützen.

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Auswirkungen menschlicher Aktivitäten

auf bedrohte Wale

27.12.2004 10:49 Quelle: WDCS / IWC (International Wildlife Coalition)

Von Regina Asmutis-Silvia, Biologin, International Wildlife Coalition

Die amerikanische Fischereibehörde erkennt an, dass Nordatlantische Glattwale mit dem Tod eines einzigen Individuums pro Jahr durch anthropogene Faktoren Aussterben können. Jedoch wurden alleine im Jahr 2004 mindestens vier Glattwale tot aufgefunden. Darunter befanden sich zwei hochschwangere Tiere, die bei Zusammenstößen mit Schiffen getötet wurden. Diese Zahl beinhaltet nicht einmal Überlegungen über die Glattwale, die durch Zusammenstöße mit Schiffen verstorben und auf offener See abgesunken oder in Fischernetzten verfangen umgekommen sind.

Tatsache ist, dass mindestens fünf in Fischernetzen verfangenen Glattwale im vergangenen Jahr gesichtet wurden. Die amerikanische Fischereibehörde hat einen Plan entworfen, um die Zahl an Schiffszusammenstößen zu reduzieren. Dieser Plan existiert jedoch bisher nur als Entwurf und es gibt keinen Zeitrahmen, wann er in Kraft treten soll. Des Weiteren sieht der Plan Immunität für souveräne Schiffe vor, wie das Navy Schiff, dass im vergangenen Monat eines der trächtigen Weibchen bei einem Zusammenstoß getötet hat. Gleichzeitig hat die Behörde ein weiteres Mal die Pläne zur Verminderung des Risikos von Verfangen in Fischernetzen aufgeschoben. Was die Behörde macht, oder besser nicht macht, ist nicht nur illegal, sondern skrupellos. Wie zeigst du deinen Enkeln ein Bild eines Glattwals und erklärst ihnen, dass du direkt daran beteiligt warst, die gesamte Population auszurotten?

Während die Hauptsorge den vom Aussterben bedrohten Glattwalen gilt, sind andere gefährdete Walarten von den gleichen Gefahren bedroht. Im Jahr 2004 verfingen sich sechs gefährdete Buckelwale, drei gefährdete Finnwale und ein geschützter Zwergwal in Fischernetzen. Wiederum repräsentieren diese Zahlen nur einen Bruchteil der Tiere, die sich tatsächlich in Netzen verfingen. Einer Studie des Center for Coastal Studies zufolge wiesen mindestens 88 % der Buckelwale im Golf von Maine Wunden oder Male von Netzen auf.

Nur mit einer umfassenden Autopsie (einer genauen Untersuchung und Sezierung des toten Tierkörpers) kann die Todesursache bestimmt werden. Unglücklicherweise waren die Wissenschaftler nicht in der Lage, den Körper von Beacon, einem sechs Jahre alten Buckelwal, der kürzlich vor Kap Cod, USA, gestrandet ist, einer vollständigen Autopsie zu unterziehen, da die für die Zerlegung des Tierkörpers notwendige schwere Ausrüstung am Strand nicht erlaubt war. Das Schicksal des ausgewachsenen männlichen Buckelwals Groucho bleibt ebenfalls ein Rätsel. Groucho wurde im Dezember auf offener See tot treibend aufgefunden. Eine Autopsie ist jedoch für den jugendlichen Buckelwal geplant, der im Dezember an einem Strand von Delaware, USA, aufgefunden worden war.

Die WDCS wird weiterhin Druck auf die amerikanische Fischereibehörde ausüben, um diese dazu zu bewegen, Aktionen zu setzen. Auch werden wir unsere Arbeit fortsetzen um sicher zu stellen, dass das Vermächtnis, das wir hinterlassen, nicht eines von Inaktivität ist, dass die Ausrottung einer majestätischen Art zur Folge hatte.

Das Jahr 2004

Februar: in Netz verfangener Finnwal; Totes Glattwalkalb, Todesursache unbekannt; Trächtige Glattwalkuh, getötet durch einen Schiffszusammenstoß!

März: in Netz verfangener Glattwal

April : in Netz verfangener Zwergwal

Mai: in Netz verfangener Glattwal

Juli: in Netz verfangener Buckelwal

August: in Netz verfangener Buckelwal; in Netz verfangener Buckelwal; in Netz verfangener Finnwal

September: in Netz verfangener Glattwal; in Netz verfangener Glattwal; in Netz verfangener Buckelwal; in Netz verfangener Finnwal

Oktober: in Netz verfangener Buckelwal

November: Trächtige Glattwalkuh, getötet durch einen Schiffszusammenstoß

Dezember: in Netz verfangener Buckelwal; in Netz verfangener Buckelwal; in Netz verfangener Buckelwal; Toter Glattwal, aufgefunden im offenen Meer, Todesursache unbekannt; Toter gestrandeter Buckelwal, Todesursache unbekannt; Toter Buckelwal im offenen Meer treibend, Todesursache unbekannt; Toter gestrandeter Buckelwal, Todesursache unbekannt.

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Artenschutzkonferenz in Thailand

Quelle: WDCS 06.10.2004 00:49

Aktuelles von der Artenschutzkonferenz (CITES) in Thailand: Eröffnung

Die 13. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) begann am 2.10.2004 im Queen Sirikit National Convention Center in Anwesenheit des thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra. Auf der Agenda für die nächsten zwei Wochen stehen Listungsanträge zu Löwen, Elefanten, Haien und vielen anderen Tier- und Pflanzenarten. Unter anderem wird über einen Antrag Japans diskutiert, der eine Aufhebung des Handelsverbots mit Zwergwalen der nördlichen Hemisphäre vorschlägt. Außerdem reichte Thailand einen Antrag ein, den Irawadi-Delfin in Anhang I zu listen und somit den Schutz dieser seltenen und bedrohten Tiere zu verbessern.

Die Zeremonie begann mit dem Einzug des Premiers und zahlreicher JournalistInnen. Der Konferenzraum hat die Ausmaße einer Flugzeughalle und bietet nicht weniger als 1.500 Konferenzmitgliedern Platz. In den vorderen Reihen sitzen die nationalen Delegationen – im hinteren Teil des Raumes die Nicht-Regierungsorganisationen.

Nach seiner Begrüßung erwähnte der thailändische Umweltminister Suvit Khunkitti das persönliche Engagement der thailändischen Königin – Namensgeberin des Konferenzraumes – in allen Umweltfragen. Er verwies auf die Arbeit Thailands und der asiatischen Länder im Hinblick auf Fragen des Tierhandels und betonte, dass diese CITES-Konferenz in einem der vielfältigsten Naturräume der Welt stattfinde. Aufklärung und Bildung der Öffentlichkeit sei in Thailand wichtig, um mit natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen zu können. Thailand habe deshalb gute Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Nicht-Regierungsorganisationen, so dass Tausende junger Menschen im Land für Umweltschutzfragen sensibilisiert werden konnten. Abschließend begrüßte er alle Delegierten.

Ken Stansell, Vorsitzender des Ständigen Ausschusses, gratulierte der thailändischen Regierung zu ihrer exzellenten Vorbereitung dieses Treffens und stellte fest, dass sich 154 Mitgliedsstaaten und über 1.500 Personen registriert haben. Er dankte auch dem CITES-Generalsekretär und seinen MitarbeiterInnen und kündigte an, dass 50 Vorschläge und zahlreiche Resolutionen zur Diskussion stünden. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass während im Komitee I (das sich mit Artenanträgen auseinandersetzt) über Wale, Elefanten und andere Arten beraten würde, die Arbeit im Komitee II (das sich mit technischen und rechtlichen Aspekten beschäftigt) nicht vergessen werden dürfe.

Nächstes Jahr im Juli feiert CITES sein 30-jähriges Bestehen. Stansell bemerkte, dass keine der in den Anhängen gelisteten Arten ausgestorben sei. Dies und die große Zahl an neuen Mitgliedsstaaten zeigen deutlich den Erfolg des Abkommens.

Als nächstes trat Klaus Töpfer als Exekutivsekretär des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) ans Rednerpult und lobte das Bekenntnis der thailändischen Regierung zum Artenschutzübereinkommen. Er hob außerdem die starke Beteiligung von Nicht-Regierungsorganisationen und die Beziehung zwischen CITES und den „Jahrhundertzielen in der Entwicklungsarbeit” hervor. Artenvielfalt sei grundlegend für das Überleben des Menschen. Allerdings seien der Schutz und die Erhaltung von Arten nicht nur von der Regulierung des Handels abhängig und somit sei der Einfluss dieses Gremiums begrenzt. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit FAO, CBD und anderen internationalen Vereinigungen

CITES-Generalsekretär Willem Wijnstekers dankte Thailand für seine Gastfreundschaft und sagte, dass wir verpflichtet seien, die Artenvielfalt für zukünftige Generationen zu erhalten. CITES sei von wichtiger Bedeutung für das Überleben von wild lebenden Tieren und Pflanzen. Die lokale Bevölkerung müsse dabei allerdings involviert werden.

Wijnstekers fügte hinzu, dass die Konvention einen starken politischen Willen brauche um den vielen Worten Taten folgen zu lassen. CITES benötige einen neuen Handlungsspielraum, da das Ziel bestünde, das Artensterben in den nächsten 6 Jahren zu stoppen. An diese ambitionierten Pläne müsse vor allem das Budget von CITES angepasst werden. Abschließend stellte Wijnstekers die Frage in den Raum, ob CITES seine Arbeit über den Handel hinaus ausdehnen solle, was er selbst mit einem Hinweis auf einen sinnvollen Einsatz der CITES-Instrumente beantwortete.

Der Generalsekretär erwähnte Missverständnisse im Hinblick auf die Bedeutung der Anhänge. Eine Listung in Anhang II garantiere die Nachhaltigkeit des Handels und sei somit positiv für den Handel, aber es stelle kein Handelsverbot dar. Eine Listung in Anhang I beziehe sich ausschließlich auf den Schutz vor Handel, andere Gefahren müssen durch andere Mechanismen eingedämmt werden.

Als nächster Redner begrüßte der thailändische Premier die Gäste im Namen seines Volkes. Er wies darauf hin, dass die zu diskutierenden Probleme nicht einfach zu lösen seien, da menschliche Verhaltensweisen wie z.B. Habgier eine große Rolle spielen würden. Er betonte, dass Thailand im Kampf gegen den Schmuggel internationale Unterstützung benötige. Illegaler Handel untergrabe nicht nur Gesetze, sondern auch die Menschlichkeit, da Tierhandel oft mit organisiertem Verbrechen in Zusammenhang stünde.

Der Premier erklärte, dass er als ehemaliger Polizist spreche und dass in Thailand durch kriminelle Elemente Tierarten und Wälder geschädigt werden. Thailand kenne die Bedeutung der kommenden Generationen und benötige die internationale Unterstützung, da kein Land diese Probleme alleine lösen könne.

Er wünschte allen ein erfolgreiches Treffen und erklärte das Treffen für offiziell eröffnet.

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