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Schächten

Die Unvereinbarkeit von Religion und Tierquälerei

Opfern heißt: sich selbst ein Opfer abfordern.

Wer sich selbst kasteit, auspeitscht oder andere religiös bedingte Handlungen bei sich ausführt, tut das aus der freien eigenen Entscheidung heraus. Sich selbst Schmerzen zufügen, um Buße zu tun für die begangenen Sünden oder Untaten - dies kann man als „echtes Opfer„ bezeichnen.

Tiere zu opfern (schächten) sind demzufolge „falsche Opfer„, denn kein Tier würde sich freiwillig höllischen Qualen und dem Tod preisgeben! So, wie Menschen immer andere als „Sündenböcke„ suchen und finden, so suchen und suchten sie sich auch andere Lebewesen aus als „ihre Opfergaben„, um Gott oder „Götter„ gnädig zu stimmen.

Dies konnte nur deshalb gang und gäbe werden, sogar bis in unser „aufgeklärtes Zeitalter„ hinein, weil Tiere nicht als fühlende Lebewesen, sondern als minderwertige Materie betrachtet wurden – als Objekte sozusagen, denen man jegliche Gewalt und Grausamkeit antun kann.

Wir sind inzwischen im 21. Jahrhundert angelangt, mit einer neuen Einstellung zum Tier als Mitgeschöpf (s. Schutz der Tiere im Grundgesetz). Wir haben außerdem – relativ gesehen – eine mehrheitlich tierfreundliche Bevölkerung in Deutschland.

Aus den oben genannten Gründen ist es erforderlich, das betäubungslose Schächten abzukoppeln von Religionsauslegungen und legendärem Glauben, ganz abgesehen davon, dass weder in Thora, Talmud oder Koran ein solch tierquälerisches Töten zwingend gefordert wird.

Dieses Problem kann nur aus Sichtweise der Tiere gesehen und behandelt werden, denn diese sind einzig und allein die Leidtragenden! Und sie sind zudem völlig unschuldig an all den Verbrechen, die Menschen begangen haben. Die Tiere haben keine Schuld auf sich geladen und sie können (und dürfen) auch nicht „büßen„ für die Verderbtheit der Menschen.

Es geht demnach beim Schächten um Verbrechen an wehrlosen Tieren – nicht um Glauben oder gar Religion!

Wenn wir also diesen brutalen Vorgang aus der Situation der Tiere her betrachten, bzw. aus veterinär-medizinischer fachlicher Sicht, so zeigt sich, dass es in der heutigen Zeit in höchstem Maße unmenschlich und steinzeitlich ist – wenn schon Tiere geschlachtet werden – diese auch noch ohne jegliche Betäubung zu Tode zu quälen. Die Bundestierärztekammer, die Tierärztliche Vereinigung und alle unabhängigen und ehrlichen Veterinäre sprechen sich deshalb vehement gegen diese Art des Tötens aus!

Im Übrigen würde sich keiner dieser Schächtmetzger und Schächtbefürworter heutzutage ohne Betäubung einer Operation unterziehen!

„Die Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, die Religion ohne Naturwissenschaft aber ist blind.„(Albert Einstein)

Alle, die sich in unserer fortschrittlichen, modernen Zeit immer noch auf uralte Rituale versteifen – ohne Rücksicht darauf, ob Tiere (physisch) oder sensible, tierliebe Menschen (psychisch) schwer darunter leiden, sollten sich bewusst werden, was sie damit anrichten – und das auch noch unter dem Deckmäntelchen ‚Religionsfreiheit’!

Schächten muss aus dem Dunstkreis von Glauben, religiös hinterlegten Vorstellungen und sonstigen überlieferten Legenden herausgeholt werden. Wahre Religion verlangt keine Quälereien, sondern die Achtung vor dem Leben und der Würde aller Gottesgeschöpfe.

Wer behauptet, seine Religion verlange den qualvollen Tod von unschuldigen und wehrlosen Tieren, der stellt seine Religion selbst ins Abseits und degradiert sie zu einem unseriösen und sogar satanischen Kult.

Schächten ist auch deshalb keine Religionsvorschrift, weil keine Religion zwingend vorschreibt, dass Fleisch überhaupt gegessen werden muss.

Aus Gerechtigkeitsgründen muss die Schächtfrage juristisch als eigenständiger Sachverhalt – nämlich als grausame Tierquälerei – behandelt und verurteilt werden.

Der Paragraph 4 a II Nr. 2 des Tierschutzgesetzes hat keine Berechtigung und ist demnach ersatzlos zu streichen.

Die Religionsfreiheit endet da, wo der Schaden für andere beginnt.

Beim betäubungslosen Schächten werden die Rechte all der Menschen rücksichtslos mit Füßen getreten, die von ihrer Veranlagung her als tierlieb bezeichnet werden können und da wiederum ganz besonders diejenigen, die sich aus Mitleid (kommt von „mitleiden„) uneigennützig für ein anständiges Verhalten gegenüber unseren Mitgeschöpfen einsetzen.

Hat man sich schon ein einziges Mal die Mühe gemacht, in einer Studie zu untersuchen, wie viele Menschen psychisch schwer darunter leiden, wie vielen Menschen ein gewaltiges Stück Lebensqualität genommen wird, wenn sie ständig mit brutalster Tierquälerei konfrontiert werden? Und unter seelischer Pein leidet schließlich auch die physische Befindlichkeit.

Etwa 80 % der Bevölkerung in Deutschland spricht sich mit Vehemenz gegen das Schächten aus! Und das mit Recht, denn die Gewalt und Brutalität ist in beängstigender Weise im Vormarsch! So, wie sich Kriege wegen der Grausamkeiten verrohend auswirken, so wirken sich auch Grausamkeiten an Tieren verrohend auf Menschen aus.

Unsere Jugend braucht gute, ethisch denkende Vorbilder – wo sind die Politiker, wo sind die Juristen, die Jugendlichen das so dringend notwendige Vorbild geben?

Stellungnahme von
Ingeborg Holst (Kampainerin)
27.11.2009

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