Schweinemast in Deutschland

Schweinemast in Deutschland

Schweine leben eingepfercht in dunklen Hallen. Meist in Gruppen mit 6 - 8 Schweinen in einer Bucht, viele hundert Schweine in einer Halle, in der es nur Betonspaltenböden gibt, in denen sich die Schweine die Klauen quetschen können. Gemäß der mittlerweile außer Kraft gesetzten Schweinehaltungsverordnung von 1996 steht jedem Schwein eine Fläche von gerade einmal 0,65 qm; (bei 110KG) zu. Neuere Entwürfe sehen eine Erhöhung des Platzangebotes auf 0,75 qm; vor. Weniger als ein Quadratmeter Lebensraum für ein von Natur aus aktives und bewegungsfreudiges Tier... Ferner muss in einem Stall mit wenig oder keinem natürlichen Lichteinfall die Beleuchtung des Stalls mit künstlichem Licht von mindestens 8 Stunden Dauer bei 50 Lux erfolgen. Dabei sollen die Beleuchtungseinheiten dem Tagesrhythmus der Schweine angeglichen werden.

Der Ammoniakgehalt in der Luft übersteigt in den meisten Anlagen erträgliche Werte. Auch die veraltete Schweinehaltungs-verordnung, die immer noch gern als Richtlinie für die Schweinehaltung herangenommen wird, schreibt einen Maximal-wert für Ammoniak in der Stallluft von 20ppm vor. Auch dieser von Menschen vorgegebene Wert ist für die Tiere eine absolute Qual. Die Schweine leben in den Reizgasen aus ihren eigenen Exkrementen, denn durch die Betonspaltenböden werden die Ausscheidungen der Schweine in die direkt darunter liegenden Güllebecken gedrückt. Die Belüftung ist in den meisten Hallen unzureichend. Die sensiblen Tiere, deren Geruchssinn vergleich-bar mit dem von Hunden ist, sind trotz Belüftung dem Gestank und giftigen Gasen aus der Gülle ausgesetzt. Die permanente Reizung der Augenschleimhäute kann schnell zu einer chronischen Augenentzündung bei den Schweinen führen.

Noch schlimmer für die Tiere ist der konstante Hustenauf Grund der Reizgase und zahlreicher Krankheitserreger, die zu einer qualvollen Lungenentzündung führen können. Pilzsporen in der Hallenluft sowie Würmer in den Fäkalrückständen am Boden stellen ein potenzielles Gesundheitsrisiko für die Tiere dar. Schweine sind von Natur aus sehr reinliche Tiere, die Aktivitätsbereich, Futter-, Ruhe-, Fressplatz und vor allem den Kotplatz von den übrigen Bereichen ganz strikt trennen. Diese Trennung ist ihnen in ihrem 0,65 qm großen und vollkommen unstrukturierten Lebensraum in der Vollspaltenbucht nicht möglich. Ohne trockene, saubere Liegefläche, schutzlos dem Dreck und Gestank der eigenen Ausscheidungen ausgeliefert, können die Tiere ihre natürlichen Bedürfnisse und Verhaltens-weisen nicht ausleben. Parasiten und Fliegenplagen im Inneren der Masthallen stellen keine Seltenheit dar und sind nicht nur in Hinsicht auf das Hygienebedürfnis von Schweinen unzumutbar sondern auch gesundheitlich bedenklich.

Um die Schweine lebend bis an das Mastende in dieser ungesunden und nicht artgerechten Umgebung halten zu können, werden ihnen Medikamente verabreicht. In den meisten Mastanlagen ist die prophylaktische Gabe von Medikamenten Alltag geworden. Der Arzneimittelschrank fehlt heute in keiner Mastanlage mehr. Das Sortiment reicht von Kannibal-Spray gegen das Schwanzkauen von Artgenossen, bis hin zu Schmerzmitteln, Antibiotika und Cortison. Die Kosten einer tierärztlichen Behandlung übersteigen leicht den "Marktwert" eines einzelnen Schweins, und so trägt entweder die durch den Mäster angewandte Behandlung zur Genesung bei - oder aber das Schwein geht elendig zugrunde, ohne dass es einem Tierarzt vorgeführt wird, denn die Entsorgung ist allemal günstiger als die Behandlungsrechnung der Tierarztpraxis. Circa 5 - 10 Prozent der Schweine sterben vor Ende der Mast.

Die Gruppenhaltung bietet keine Rückzugsmöglichkeit für schwache, kranke oder verletzte Tiere. Sie sind gnadenlos dem Gruppenzwang ausgeliefert. Kranke Tiere werden oftmals nicht vom Mäster aus der Gruppe herausgenommen - obwohl dies vorgeschrieben ist - und so kommt es, dass ranghöhere Tiere aggressiv auf die schwachen oder verletzten Tiere einwirken. Kannibalismus ist in der monotonen Welt der Mastschweine keine Seltenheit. Eine Folge der engen Aufstallung und der Reizarmut.

Um diesen Symptomen entgegen zu wirken, werden den Ferkeln in den ersten Lebenstagen die Ringelschwänze abgeschnitten, damit die Schwanzenden empfindlicher werden. Die Schweine sollen dadurch die Übergriffe von Artgenossen schneller bemerken und Schlimmeres verhindern. Trotz dieser Maßnahme kommt es weiterhin zum Schwanzbeißen. So entstehende Infektionen können zu Abszessen in der Wirbelsäule führen bis hin zur Querschnittslähmung. Auch Darmvorfälle, die beispielsweise durch das permanente Lecken der Analregion bei Artgenossen hervorgerufen werden, können für die Schweine den Tod bedeuten.

Auf dem harten Spaltenboden, nahezu zur Bewegungslosigkeit verdammt, leiden die Schweine unter schmerzhaften Knochen- und Gelenkerkrankungen. Die angezüchtete enorme Gewichts-zunahme innerhalb kürzester Zeit, durch Kraftfutter noch gefördert, und das nicht proportional dazu heranwachsende Skelettsystem machen die Tiere anfällig für Krankheiten des Bewegungsapparates. Durch Druckstellen und Wunden können Infektionserreger eindringen, die zu schweren, eitrigen Gelenk-entzündungen führen.

Die intensive Schweine-mast bietet den Schweinen keine Möglich-keit, ihre Neugier sowie ihren Spiel- und Beschäftigungstrieb auszuleben. In der freien Natur würden sich die Schweine ca. 6 7 Stunden mit der Nahrungssuche und dem Erkunden des Umfeldes beschäftigen. Und so sind das monotone Leerkauen und das regungslose Sitzen (sog. Trauern) Anzeichen für Unter-beschäftigung, Langeweile und Depressionen.

Dieses Bild zeigt sich in vielen Betrieben der intensiven Schweinhaltung. Die einzige Abwechslung für die Tiere ist die Füt-terung. Die kommerzielle Fütterung bietet den Schweinen überwiegend Nassfutter. Hierbei wird dem Futter Wasser zugeführt, damit die für die Schweine erforderlichen Wasser-mengen bereits im Futter enthalten sind.



Schlecht oder gar nicht funktionierende Nippeltränken runden das Bild in der Schweinemast ab. Ein Schwein, dass Nassfutter statt Wasser zu sich nimmt, nimmt schneller an Gewicht zu und kann so auch eher geschlachtet werden.

Die besonders sensiblen Schweine sind extrem stressanfällig. Die Sterberate innerhalb der Schweinemast beträgt bis zu 10 Prozent. Bereits beim Absetzen der Ferkel und bei der Gruppenzu-sammenstellung für die anschließende Mast oder Zucht sterben einige der Ferkel. Die Sterberate bei Ferkeln beträgt bis zu 13 Prozent. Nicht zuletzt die Stresssituationen, denen sie ausgesetzt sind, können für sie tödlich sein.

Schweine verfügen nur über eine unzureichende Thermore-gulierung, da ihr gesamter Körper von einer Fettschicht umgeben ist. Eine häufige Todesursache ist der Hitzeschlag, da die Schweine keine Abkühlung durch Schlammbaden erreichen können. Einige Betriebe installieren Sprenkelanlagen, um die Schweine in den Sommermonaten vor dem Hitzeschlag zu bewahren. Ob dies allerdings für die Schweine gut ist, die bereits an Infektionen der Atemwege, Lungenentzündung oder gar offenen Wunden leiden, ist fraglich.

Tierkörperbeseitigung

Juli 2018 -Tierkörperbeseitigungsanlagen: Wo Tierquälerei für immer vertuscht wird

Neue Zahlen bestätigen, was Organisationen wie PETA seit langem veröffentlichen

In den vergangenen Jahren haben PETA und andere Organisationen zahllose Videos aus Tierställen veröffentlicht, die eindeutig zeigen, dass die Bedürfnisse der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung mit Füßen getreten werden. Die Zucht auf immer mehr Fleisch, Milch und Eier sowie die Haltungsbedingungen in den Ställen machen viele Tiere krank und verursachen somit psychisches und physisches Leid. Von Seiten der Landwirte und der lobbynahen Politik werden diese Aufnahmen meist als Ausnahmen abgetan und nicht ernsthaft verfolgt.

Tierkörperbeseitigungsanlagen überwachen, Tierquälerei bestrafen!
Viele der Schweine, Rinder und anderen Tiere aus Agrar-betrieben, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt werden, haben vor ihrem Tod an Verletzungen und Krankheiten gelitten oder wurden fehlerhaft notgetötet. Mit der Vernichtung der Tierkörper in den Anlagen werden alle Hinweise auf solche Tierschutzverstöße beseitigt und somit für immer vertuscht. Das muss aufhören! Deshalb fordert PETA eine unabhängige Unter-suchung aller Tierkörper und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, damit Straftaten geahndet werden können. Mit dieser Forderung wenden wir uns an die Agrarminister der Länder, denn sie sollten dafür verantwortlich sein, dass Tierkörperbeseitigungsanlegen nicht länger Orte sind, an denen Hinweise auf Tierleid und grobe Verstöße gegen das Tierschutzgesetz für immer vernichtet werden.

13,6 Millionen Schweine landen in Tierkörperbeseitigungsanlagen
Bislang wurden kaum Studien zum gesundheitlichen Zustand der Tiere durchgeführt, die die Zucht oder Mast nicht überlebt haben und somit in Tierkörperbeseitigungsanlagen "entsorgt" werden. Die wenigen vorliegenden Ergebnisse solcher Untersuchungen sind allerdings schockierend, denn sie zeigen auf, dass ein großer Teil dieser sogenannten Falltiere vor ihrem Tod erheblich leiden mussten. Eine erste Erhebung von Tierschutzindikatoren erschien bereits 2014 in Österreich und konnte nachweisen, dass Schweine und Rinder sehr häufig mit tierschutzrelevanten Befunden in eine TBA angeliefert werden. Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) veröffentlichte Ende 2017 nun eine Studie, in deren Rahmen ein Teil der etwa 13,6 Millionen Schweine, die jährlich in deutschen Zucht- und Mastanlagen sterben müssen, untersucht wurden.

Das traurige Ergebnis: 13,2 Prozent der sogenannten Mast-schweine und 11,6 Prozent der Schweine aus der Zucht wiesen derart grausame Befunde auf, die darauf schließen lassen, dass die Tiere zu Lebzeiten länger anhaltende und erhebliche Schmerzen und/oder Leiden ertragen mussten. Dazu gehörten zum Beispiel starke Abmagerung, eitrige Gelenkentzündungen, Entzündungen der Zehen, Bissverletzungen an Schwanz und Ohren sowie andere Hautläsionen durch Geschwüre.

Diese Leiden waren äußerlich erkennbar und langanhaltend. Damit ergibt sich ein Straftatbestand nach 17 Nr. 2 des Tier-schutzgesetzes!

Hinzu kommen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz durch eine mangelhafte Betäubung oder Tötung durch die Landwirte. Bei fast 62 Prozent der 165 untersuchten Tiere, die Anzeichen einer Tötung aufwiesen, wurden Mängel in der Durchführung fest-gestellt. Ein Schwein lebte bei der Anlieferung in die Tierkörperbeseitigungsanlage sogar noch. Es wurde im eigenen Blut liegend vorgefunden.

In deutschen Schlachthöfen werden jedes Jahr fast 60 Millionen Schweine getötet.

Trauriges Fazit
Bislang werden keine oder unzureichende Kontrollen an toten Tieren durchgeführt, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen ent-sorgt werden. Landwirte müssen nach wie vor keine Angaben zur Todesursache der Tiere machen. Zudem erfolgt kaum eine Überwachung in den Ställen, da Veterinärämter oftmals keine Kontrollen durchführen oder solche Kontrollen versagen. Auch die Rückverfolgbarkeit der Tiere von den Tierkörperbeseitigungs-anlagen in die Ställe ist bisher kaum möglich. Dies führt dazu, dass Tierschutzverstöße vertuscht werden können. Die Leidtragenden sind, wie immer, die Millionen Tiere in den Agrarbetrieben, die für Milch, Fleisch und Eier ein nicht artge-rechtes Leben voller Entbehrungen führen müssen.

https://www.peta.de/

"Schweine sind eindeutig von hoher Intelligenz, und sie sind ebenso eindeutig in den Tierfabriken zu einem elendigen Leben verdammt. Der Vergleich mit einem Hund, der sein Leben lang im Kleiderschrank eingesperrt wird, trifft einigermaßen, auch wenn er noch viel zu harmlos ist." Was würden wir sagen, wenn unseren Hunden und Katzen das angetan würde, was den Stalltieren angetan wird?

Diese liebenswerten Geschöpfe geben alles. Wir bereiten ihnen Höllenqualen, die an Grausamkeiten kaum zu überbieten sind. Es ist beschämend, wie wir mit unserem, jährlich steigenden Fleischverzehr, die quälenden Mastbedingungen der sog. "Nutztiere" fördern.

Zitat: Macht gründet sich auf Erniedrigung

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