Milchkühe

Investigative Recherche zeigt die Leiden der Milchkühe in deutschen Ställen.

Laut einer aktuellen Studie der EU ist die Haltung von Kühen in Deutschland mangelhaft:
Entzündete Euter, Verhaltensstörungen, lahmende Tiere, Fort-pflanzungsprobleme und schlechte Zuchtauswahl. Trotz Kenntnis dieser Tatsachen beruhigt das Bundeslandwirtschaftsministerium den Verbraucher mit steuergeldfinanzierten Milchmarkt-stützungskampagnen, die das falsche Bild von glücklichen, gesunden Kühen auf grünen Wiesen vermitteln und den Milch-absatz künstlich steigern sollen. Jüngst beschlossene, millionenschwere Beihilfen aus Steuergeldern subventionieren das bemängelte System zusätzlich.

Aktuell werden in Deutschland mehr als 4 Millionen weibliche Rinder zur Milchproduktion gehalten. Ein Großteil (ca. 72%) dieser sogenannten Milchkühe lebt in Laufstallhaltung.

Die Kühe werden entweder in Ketten oder engen Ställen gehalten und finden auf den für sie unnatürlichen, glitschigen Betonböden kaum Halt. Sie haben Verletzungen und hygienebedingte Entzündungen, die in den verdreckten Ställen kaum heilen können. Viele Kühe leiden an Mastitis, einer schmerzhaften Euter-entzündung, die nicht selten zum frühzeitigen Tod führt.

Die Euter sind unnatürlich groß gezüchtet, sodass die heutige 'Milch'kuh das Ergebnis einer Qualzucht ist, die es laut Tierschutz-gesetz eigentlich gar nicht geben dürfte.

Die meisten Kühe leben in Betrieben mit 50 bis 99 Tieren, wobei jedem der 600-750 kg schweren Tiere nur ca. 4,5 Quadratmeter Platz zur Verfügung steht.

Details aus der wissenschaftlichen Untersuchung der "Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit" EFSA:

Ein zu geringes Platzangebot, schwere Bein- und Fußkrankheiten durch Betonböden oder nassen bzw. mit Gülle verschmutzen Böden, mangelhafte Pflege und Hygiene stellen laut Gutachten die größten Gefahren für die Verursachung von Bein- und Fortbewegungsproblemen bei Milchkühen dar.

Die lahmen Kühe haben "Schmerzen und größere Schwierigkeiten bei der Bewältigung ihrer Lebensbedingungen und sind anfälliger für reduzierte Fertilität, Mastitis und Stoff-wechselkrankheiten", schreibt die EFSA in ihrer Zusammen-fassung.

Neben Bein- und Fußkrankheiten leiden Milchkühe laut EFSA häufig unter Euterproblemen. Nicht tiergerechte Ausgestaltung von Standplatz/Box und Platzmangel verursachen Trittver-letzungen, unzureichende Hygenie und schlechte Melktechniken führen oftmals zu infektiösen Eutererkrankungen (Mastitis).

Was die neugeborenen Kälber betrifft, so werden diese bereits kurz nach ihrer Geburt von ihren Müttern isoliert, wobei die Trennung zu einer oft tage- oder sogar wochenlangen Verstörung der Tiere führt. Zweck der Trennung ist das Vorbehalten der Muttermilch allein für den menschlichen Verzehr die Kälber selbst werden fortan ausnahmslos mit Milchersatzprodukten gefüttert.

Während den weiblichen Kälbern in der Regel eine Zukunft als Milchkuh bevorsteht, erwartet die männlichen Tiere die Kälber-mast (d.h. ein kurzes Leben meist isoliert von Artgenossen in einer engen Box) oder die Rindermast.

Die nicht artgerechten Bedingungen in Boxenlaufställen und Anbindeställen gepaart mit Managementfehlern sind danach die Ursache der schon als obligatorisch zu bezeichneten Krankheiten. Neben Bein- und Fußkrankheiten leiden Milchkühe laut EFSA häufig unter Euterproblemen. Nicht tiergerechte Ausgestaltung von Standplatz/Box und Platzmangel verursachen Trittver-letzungen, unzureichende Hygenie und schlechte Melktechniken führen oftmals zu infektiösen Eutererkrankungen (Mastitis).

Achtung: Es sind schockierende Bilder. Für Jugendliche nicht geeignet!

  • Zahlen

    Die deutsche Milchindustrie erzielte 2007 einen Umsatz von 23,6 Milliarden Euro mit rund 37.000 Beschäftigten und ist damit umsatzstärkste Lebensmittelbranche in Deutschland. Mit insgesamt rund 12,6 Millionen Tonnen exportierter Milch bzw. Milchprodukten war Deutschland im Jahre 2007 der größte Exporteur unter den EU-Ländern. In 2008 belief sich die durchschnittliche Milchleistung je Kuh und Jahr auf 6.827 Kg.

  • Knapp 600.000 Rinder landen in Tierkörperbeseitigungsanlagen

    Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen geht hervor, dass 2016 insgesamt 579.111 Rinder ohne konkret erfassten Grund in den Anlagen beseitigt wurden Tendenz steigend, denn im Vorjahr waren es 30.000 Rinder weniger. Damit sterben etwa 14 % der Rinder bereits in den Ställen der Fleisch- und Milchbetriebe und das nach meist langer Leidenszeit. 3,6 Millionen Rinder werden jedes Jahr in deutschen Schlachthäusern getötet.

    Bislang liegen noch keine Zahlen oder Schätzungen zu Geflügel wie Hühner, Puten oder Enten sowie zu Kaninchen vor. Doch auch in diesem Bereich dürfte ein ähnlicher Prozentsatz an vertuschten Tierschutzverstößen vorzufinden sein.

Milchmaschinen: Gequält, geschlagen, ausgepumpt und umgebracht

Rom – Eingeschleusten Aktivisten der italienischen Tierschutzorganisation Essere Animali gelang es, das traurige Leben der italienischen Milchkühe zu dokumentieren. Die beiden engagierten Tierschützer filmten dabei mit der Besamung über die Behandlung der Kälber bis zum Melken der Kühe den gesamten Lebenszyklus der Milchkühe. Was sie sahen, war erschreckend.

Werden im italienischen Fernsehen Milch und Milchprodukte beworben, werden fast immer glückliche, auf einer grünen Wiese in einer schönen Landschaft weidende Kühe gezeigt. Die Realität ist eine vollkommen andere. Von den mehr als 2.200.000 Milchkühen in Italien sehen die allerwenigsten jemals grünes Gras. Die allermeisten von ihnen müssen auf engsten Raum zusammengepfercht in dunklen Ställen ihr elendiges Dasein als Milchkuh fristen, bis sie – wenn die Milchleistung abnimmt – nach wenigen Jahren „verräumt“ werden.

Das Video beginnt mit der Besamung. Um eine konstante Milchproduktion garantieren und jährlich ein Kalb „produzieren“ zu können, werden die Kühe regelmäßig besamt. In der Folge können die trächtigen Kühe zweimal am Tag und an 300 Tagen im Jahr gemolken werden.

Die versteckten Kameras zeigen auch die Trennung der frisch geborenen Kälber von ihren Müttern. Eine Kuh ruft verzweifelt nach ihrem Kalb. Das Kalb wird aber brutal von ihrer Mutter getrennt und mit einem Bagger weggebracht. Anschließend bindet man ihm ein Seil an ein Bein und steckt es für mehrere Wochen in eine enge Box. Falls es sich um ein männliches Kalb handelt, wird es, um ein helles Fleisch zu erhalten, mit einer eisenarmen Kost ernährt und nach sechs Monaten zum Metzger gebracht. Insgesamt gelten männliche Kälber als „Nebenprodukt“ der intensiven Milchwirtschaft und sind daher weniger wert als die Milchkühe. Im Video sind mehrere qualvoll sterbende und tote Kälber zu sehen. Ist es aber ein weibliches Kalb, wird daraus eine Milchkuh.

Ohne irgend einen Grund wird das arme Rind verprügelt.

Um Verletzungen zu vermeiden, werden den Kälbern die Wurzeln der Hörner verbrannt. Obwohl dieses überaus schmerzhafte Verfahren laut Gesetz nur von einem Tierarzt und unter Narkose durchgeführt werden darf, wurde im von den Tierschützern gefilmten Stall diese Praxis von einfachen Angestellten und ohne Narkose angewandt. Zudem gelang es den Aktivisten, viele Fälle von Gewalt gegen die Tiere zu dokumentieren. Die Kühe wurden getreten, gestoßen und sogar mit Eisenstangen verprügelt. Die auf maximale Milchproduktion ausgelegte Zucht der Milchkühe – eine Milchkuh der Rasse Holstein-Rind gibt heute bis zu 28 Liter Milch, im Jahr 1985 waren es nur 17 Liter – beeinträchtigt immer mehr das Wohl der Tiere. Die Tiere erleiden immer öfter Verletzungen an den Klauen oder rutschen auf dem nassen Betonboden der Ställe aus und brechen sich so Sehnen und Beine. Laut Gesetz dürften verletzte und leidende Kühe nicht aufgehoben, sondern müssten sofort getötet werden, aber die Angestellten lassen die Tiere vor dem Gnadenschuss aus Zeitmangel oft tagelang leiden.

Obwohl die Milchkühe bis zu 20 Jahre alt werden könnten, werden sie infolge der langsam nachlassenden Milchleistung nach vier bis fünf Lebensjahren „ausgetauscht“ und Metzgereien und fleischverarbeitenden Betrieben übergeben.

Angesichts des traurigen Schicksals der Milchkühe sowie des brutalen und teilweise gesetzlich illegalen Verhaltens der Angestellten bleibt von dem von der Werbung sorgfältig gepflegten Bild glücklicher Kühe, die gerne und brav Milch geben, nicht mehr viel übrig. Tierschutzorganisation hoffen, dass die Verbraucher ihren Konsum von unter solch üblen Bedingungen produzierten Milch und Milchprodukten überdenken.

Ob das Video die Konsumenten aufzurütteln vermag?

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