Zirkus und Zoo

Manege frei von Wildtieren...

In der Bundesrepublik existieren zum heutigen Tage ca. 300 Zirkusbetriebe und andere professionelle Show-Unternehmen. Die Lebensbedingungen der zur Schau gestellten Tiere können schon aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um fahrende Unternehmen handelt, nicht artgerecht sein. Eine Ansicht, die auch eine breite Front von Politikern vertritt, wie der Antrag des Landes Hessen vom 26.09.2003 deutlich zeigt. Der Bundesrat hatte sich darauf hin für ein grundsätzliches Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus ausgesprochen. Gefordert wurde unter anderem ein Verbot zur Haltung von Elefanten, Bären und Affen im Zirkus sowie die Einrichtung eines Zirkuszentralregisters zur besseren Kontrollierbarkeit.

Noch scheitert die Umsetzung des Verbotes leider am zuständigen Verbraucherschutzministerium. Dabei muss erwähnt werden, dass sich weder an den Dressur- und Haltungsbeding-ungen etwas verändert hat. Nur in Einzelfällen gab es positive Tendenzen.

Elefanten werden ausschließlich in Ketten gehalten oder verbleiben einzeln in engen Transportern. Der Einsatz von Eisen-haken und Schlagwerkzeugen hinterlässt seine blutigen Spuren

Gewalt bei der Dressur bleibt ein gängiges Mittel. Sogar Elektro-schockgeräte gehören zum Repertoire.

Großkatzen werden die Krallen gezogen und Zähne stumpf geschliffen. Ob ein Tier erkrankt ist, spielt keine Rolle. Und wenn sie nicht mehr gewinnbringend für den Auftritt in der Manege sind, werden sie getötet.

Die Liste der Misshandlungen und Missstände ist lang und beschränkt sich nicht nur auf den kleinen Wanderzirkus. Selbst die Tiere der schillernden Großunternehmen dieser Branche sind betroffen. Die Überprüfung von Zirkussen in Rheinland-Pfalz ergab Missstände in fast jedem zweiten Zirkusbetrieb.

Vor nun mehr als einem Jahr beschloss der Bundesrat das Verbot zur Wildtierhaltung in Zirkussen. Doch bis heute fehlt die kon-krete Umsetzung seitens des Verbraucherschutzministeriums in Berlin.

Zwar gibt es für den gesamten Bereich Tierschutz eine breite politische Akzeptanz und weitere Tendenzen zur Verbes-serung des Schutzes für Tiere im Allgemeinen, doch scheitert es an der praktischen und vor allem schnellen Umsetzung der Ziele.

Ein Film von Peta über Zirkustiere

Tiere im Zoo

Sie werden getötet und verfüttert

Hannover. Wenn es im Zoo zu voll wird, geht es den überzähligen Bewohnern an den Kragen: Der Deutsche Tierschutzbund wirft Zoodirektoren vor, Tiertötungen als Managementmethode nutzen zu wollen. Tatsächlich kommt es auch in nieder-sächsischen Zoos zu Tötungen. Eine rechtliche Grauzone macht dies möglich.

Viele Einrichtungen züchteten nahezu unkontrolliert, so der Vorwurf. Die überzähligen Tiere würden unter dubiosen Umständen verkauft oder getötet und verfüttert, sagen die Tier-schützer. In der Tat ist das Töten von Tieren ein unpopuläres Thema. Viele Zoos und Tierparks blocken Anfragen ab: "Überzäh-lige Tiere gibt es bei uns nicht", heißt es.

Offener geht der Zoo Hannover mit dem Thema um: Überzählige Tiere ließen sich nicht vermeiden, sagt der Zoologische Leiter Dr. Heiner Engel. Und im Ausnahmefall seien Töten und Verfüttern eine Lösung.

Denn auch den Zoos macht ein demografischer Wandel zu schaffen: Durch gute Hygiene und medizinische Versorgung leben die Tiere länger. Eine Antilope beispielsweise werde in der Natur acht Jahre alt in Gefangenschaft sind es 16, sagt Dr. Engel.

Daher greifen die Zoos auf Geburtenkontrolle zurück: Durch Pille, Sterilisation und Geschlechtertrennung wird der Nachwuchs begrenzt. Doch auch diesen Methoden sind Grenzen gesetzt.

Bei Herdentieren wie Antilopen führt ein Bock eine Herde Weibchen. Der männliche Nachwuchs verlässt nach einer Weile die Gruppe, weil es sonst zu Auseinandersetzungen mit dem Bock kommt. Im Zoo ist diese Trennung kaum möglich. Ein Männer-überschuss bei Geburten erzeugt daher große Probleme.

Finde sich nun kein geeigneter Abnehmer, lande die Antilope auf der Speisekarte der Raubtiere wie es auch in freier Wildbahn passiert. Und: "Wir verfüttern die Tiere lieber, als sie an dubiose Händler zu verkaufen", sagt Engel.

Möglich ist dies durch eine gesetzliche Grauzone: Der Tierschutz verbietet das grundlose Töten von Tieren. Das Argument der Zoos ist, man könne den Tieren keine artgerechte Haltung bieten.

In Magdeburg wurden im vergangenen Jahr Zoomitarbeiter verurteilt, weil sie Tigerbabys aus genetischen Gründen getötet hatten. "Mit diesem Urteil ist die Grauzone infrage gestellt", sagt James Brückner vom Tierschutzbund. Im Magdeburg sei die Fragestellung ganz anders gewesen, meint Engel.

Dass die Zoos mit dem Handel von Tieren viel Geld verdienen, ist laut Engel ebenfalls ein Märchen. Für die im Rahmen des Zuchtprogramms EEP abgegebenen Tiere gebe es keinen Euro. Allerdings könne auch die sorgfältige Prüfung der Abnehmer nicht vor Missbrauch schützen, sagt er: Jeder könne schließlich betrogen werden.
Quelle: www.hna.de

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