Löwen bald vom Aussterben bedroht

Hamburg, 28.01.2013
Eine aktuelle Studie der Duke University im US-Bundesstaat North Carolina bringt Alarmierendes zutage: Die afrikanische Löwenpopulation ist in den vergangenen 50 Jahren von fast 100.000 auf 35.000 Tiere gesunken.

Der König der Tiere könnte damit bald als gefährdete Art gelten. Schuld daran ist neben der voranschreitenden Zerstörung des Lebensraums die Trophäenjagd auf Afrikas größte Raubkatzen. Das Reiseziel Südafrika boomt. Nicht nur für Naturliebhaber, auch für Jäger ist es ein Paradies. Abertausende Jagdtouristen aus Europa und den USA reisen jedes Jahr in die Region. Statt Fotos bringen sie ein Löwenfell als Souvenir mit nach Hause. Und die Nachfrage nach Löwen-Trophäen steigt stetig an.

Da sich die Nachfrage nicht nur mit wildlebenden Tieren decken lässt, blüht der Handel mit den Löwen in Südafrika. Geschätzte 5.000 Löwen leben in rund 160 südafrikanischen Zuchtfarmen, und ihr Leidensweg beginnt bereits kurz nach der Geburt. Drei Tage nach der Geburt trennen sie die Züchter von der Mutter, ziehen sie per Hand auf und vermieten die Jungtiere dann als Touristenattraktion. Sind sie dem Streichelalter entwachsen, werden sie in Zuchtprogramme aufgenommen und kommen auf die Abschussliste.

Sie werden in enge Gehege gepfercht und über das Internet betuchten Trophäenjägern aus der ganzen Welt zum Abschuss angeboten. "Die Löwen werden für den Abschuss in ein umzäuntes Revier gebracht. Viele zeigen keine Scheu vor Menschen und laufen den Trophäenjägern förmlich vor die Flinte", sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte von VIER PFOTEN. "Manche werden außerdem mit Medikamenten ruhig gestellt und mit Ködern angelockt, damit sich die Trophäenjäger noch nicht einmal anstrengen müssen, um sie zu töten." Schockierende Videoaufnahmen der Tierschutzorganisation belegen das grausige Geschäft mit den Zuchtlöwen, das als Canned Hunting oder auch Gatterjagd bezeichnet wird.

Auf Löwenjagd kann in Südafrika jeder gehen ein Jagdschein oder nachgewiesene Jagderfahrung sind nicht nötig. VIER PFOTEN hat mehrfach getestet, wie leicht man getarnt als Jagdtourist über das Internet einen Löwen zum Töten bestellen kann. "Uns wurden von etlichen südafrikanischen Züchtern Löwen zum Abschuss angeboten", erklärt Thomas Pietsch. "Es genügten einige wenige Anfragen per E-Mail, und schon hatten wir zahlreiche Löwen zur Auswahl. Männliche Löwen kosten je nach Alter, Größe und körperlichen Merkmalen wie der Mähnenfärbung von 10.000 bis 25.000 Euro oder mehr, Weibchen sind schon für 3.000 Euro zu haben."

VIER PFOTEN kämpft seit Jahren international für ein Ende der Jagd auf in Gefangenschaft aufgezogene Löwen und betreibt seit 2008 im südafrikanischen Bethlehem den LIONSROCK, ein über zwölf Quadratkilometer großes Refugium für Großkatzen aus schlechten Haltungen. 80 Löwen aus Jagdfarmen, Zoos oder Privathaltung konnte die Tierschutzorganisation bislang retten und im LIONSROCK ein sicheres, artgerechtes Leben bieten.

Kenia, Botswana und Sambia haben bereits Konsequenzen aus dem drastischen Rückgang der Löwenpopulation gezogen und sich für ein Verbot der Trophäenjagd auf Großkatzen entschieden. "Wir fordern die südafrikanische Regierung auf, dieser Entscheidung zu folgen und den blutigen Sport sofort zu verbieten", so Thomas Pietsch. "Denn die Gatterjagd ist nicht nur aus Tierschutzsicht fatal. Sie trägt zum Boom des Jagdtourismus bei und befördert so auch die Nachfrage nach wildlebenden Löwen mit negativen Folgen für den Artenschutz: In Gefangenschaft aufgezogene Löwen können nicht mehr ausgewildert werden."

Quelle: Umweltjournal

Löwenjagd in Südafrika

Übersetzung_Google

Eine Untersuchung der wachsenden südafrikanischen Industrie der Löwenjagd, die in Gefangenschaft gezüchtet wurde, hat eine lange anhaltende Kontroverse zwischen Jägern, Züchtern in Gefangenschaft und Tierrechtsanwälten ausgelöst.

Patrick Barkham, der Guardian, untersuchte die Praktiken einiger der 160 südafrikanischen Farmen, in denen Löwen und andere wilde Tiere legal gezüchtet werden. Viele von ihnen, so die Befürworter der Tiere, werden am Ende von Jägern erschossen, die viel Geld (manchmal fast 38.000 US-Dollar) dafür zahlen die Erfahrung.

Eine der Farmen - African Sky Hunting - veranlasst Sie, einen Elefanten für 35.000 US-Dollar oder einen Löwen zum Preis von 22.000 US-Dollar zu erschießen (siehe Preisliste und Trophäenfotos unten):

African Sky Safaris & Tours - Löwe-Trophäe Foto - Copyright 2012

African Sky Safaris & Tours - Löwe-Trophäe Foto - Copyright 2012

African Sky Hunting Preisliste für "Big 5"

African Sky Safaris & Tours - Löwe-Trophäe Foto - Copyright 2012

Dies ist die Praxis, die als "Dosenjagd" bekannt ist, und ihre Popularität hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Der südafrikanische Oberste Gerichtshof hat im Jahr 2010 sogar ein Gesetz zur Beschränkung der Praxis niedergeschlagen, nachdem Löwenzüchter das Gesetz angefochten hatten.

"In den fünf Jahren bis 2006 wurden 1.830 Löwen-Trophäen aus Südafrika exportiert", stellt Barkham in seinem ausführlichen Bericht über die Jagd auf Dosenlöwen fest. "In den fünf Jahren bis 2011 wurden 4.062 exportiert, ein Plus von 122 Prozent, und die überwiegende Mehrheit der in Gefangenschaft gezüchteten Tiere."

Für die Dosenjagd gezüchtete Löwen werden in der Regel in Käfigen gehalten und einige Tage vor der Jagd freigelassen, so Bloomberg. Pieter Potgieter, Vorsitzender des südafrikanischen Predator Breeders 'Association, verteidigte die Löwenjagd in Dosen als durchaus akzeptables Geschäft.

„Das Prinzip, dass Sie Wildtiere zur wirtschaftlichen Nutzung züchten, ist eine internationale Norm. Sie findet überall auf der Welt statt “, sagte Potgieter der Agence France-Presse. „Das Problem ist bei den Löwen, weil das Bild in den Köpfen der Menschen geschaffen wurde, dass der Löwe der König der Tiere ist. Walt Disney mit seinem König der Löwen und all diesen Dingen haben sie dieses Image geschaffen. “

Laut AFP leben heute mehr als die Hälfte der rund 8.000 Löwen Südafrikas eher in Gefangenschaft als in freier Wildbahn. Weltweit gibt es rund 32.000 afrikanische Löwen, eine Zahl, die einen "erheblichen Rückgang" erlebt und ihnen eine "anfällige" Einstufung der Internationalen Union für Naturschutz eingebracht hat.

Während Züchter behaupten, dass ihr Geschäft legitim ist, argumentieren Tierrechtsanwälte bei Humane Society International, dass die Praxis unmenschlich, unethisch und für das Image Südafrikas schlecht ist.

Die Kampagne gegen Konservenjagd fordert ein Verbot der Konservenjagd in Südafrika. Chris Mercer, einer der Gründer der Organisation, sagte in einer E-Mail an die Huffington Post, dass die Branche von unappetitlichen Praktiken profitiere, etwa der Vermietung von Löwenbabys für unwissende Touristen zum Streicheln und Kuscheln.

"Dies ist eine Bereicherung für die Jagdindustrie in Dosen und die Löwenlandwirte können einen Großteil der Kosten für die Aufzucht des Löwenbestands bis zum jagdbaren Alter auslagern", sagte Mercer gegenüber HuffPost. „Touristen sind betrügerisch versichert, dass die Jungen wieder in die Wildnis entlassen werden. Alle diese Jungen werden schließlich von Dosenjägern getötet. “

Züchter könnten auch wilde Löwen - manchmal aus Nachbarländern - fangen und auf die Farmen schmuggeln, sagte Mercer den Eye Witness News. "Diese giftige Industrie wird die Konservierung wilder Löwen vergiften", sagte er dem Standort.

Bericht_Quelle: https://focusingonwildlife.com

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