Infomationen aus aller Welt

Chagos-Archipel weltgrößtes Meeresschutzgebiet

Quelle: Tasso vom 05.11.2010

Die britische Regierung hat im Indischen Ozean das größte Meeresschutzgebiet der Welt eingerichtet. Auf einer Fläche von insgesamt 544.000 Quadratkilometern rund um den Chagos-Archipel ist kommerzieller Fischfang ab sofort verboten, berichten britische und neuseeländische Medien. Die Inselgruppe liegt etwa 1.600 Kilometer südwestlich von Indien und bietet mit ihren zahlreichen Korallenriffen nicht nur Lebensraum für mehr als 1.200 verschiedene Fisch- und Korallenarten, sondern auch für bedrohte Meeresschildkröten und Delfine.

Biologen begrüßen die Maßnahme einerseits, halten sie jedoch andererseits für nicht ausreichend: Allein in den vergangenen fünf Jahren seien in der Region durch Überfischung je 60.000 Haie und Rochen als "Beifang" in den Fischernetzen gelandet, so Vertreter der Zoologischen Gesellschaft in London.

Die UN-Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt und der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung hatten sich bereits 2002 darauf geeinigt, bis 2012 zehn Prozent der Ozeane unter Schutz zu stellen. Da von diesen zehn Prozent aber bis heute lediglich 1,17 Prozent errreicht wurden, wurde die Frist vor kurzem bis 2020 verlängert.

Das makabre Geschäft mit den Tempeltigern

Quelle: T-Online

Sie werden geprügelt, am Schwanz gezogen, mit dem Urin von Artgenossen bespritzt: In einem thailändischen Kloster werden systematisch Tiger misshandelt. Touristen lassen sich für viel Geld mit den Tieren fotografieren, Artenschützer sind entsetzt.

Anfassen ist erlaubt. Wer 1000 Baht, rund 20 Euro, zahlt, darf sogar den Kopf des Tigers auf den Schoß nehmen und kraulen. Aber schnell muss es gehen. Nach ein paar Sekunden werden die zahlenden Gäste von emsigen Helfern in giftgrünen Hemden weitergeschleift. Ein Foto, zack, zack, dann muss es weitergehen. Der Tiger Canyon ist nun wirklich nicht der richtige Ort für Meditation.

Wichtig für die Klosterkasse
Das buddhistische Kloster Wat Pa Luangta Bua Yannasampanno, rund zweieinhalb Autostunden westlich von Bangkok gelegen, hat es als Tiger-Tempel mittlerweile zu einer kleinen Berühmtheit in Thailand gebracht. Rund 15 Tiger halten sich ständig in der Obhut der Mönche auf. Doch wichtiger für die Klosterkasse: Tag für Tag strömen Hunderte Besucher hierher, an Spitzentagen wurden schon 880 Gäste gezählt. Vom Kleinkind bis zum Rentner zahlen alle 300 Baht, rund sechs Euro, Eintritt - für thailändische Verhältnisse eine ganze Menge Geld.

Rummel im Kloster
Der Hype begann, nachdem der Fernsehsender "Animal Planet" über die Mönche mit ihrer Vorliebe für den Panthera Tigris, den Tiger, berichtete. Mittlerweile stehen die Omnibusse der Reiseunternehmen Schlange vor dem Eingang der Anlage nahe der burmesischen Grenze. Ein gewaltiger Rummel. Viel Geld. Tierquälerei, sagt die Tierschutzorganisation "Care for the Wild International".

"Mönche misshandeln Tiger"
Über drei Jahre lang haben die Aktivisten das Treiben im "Tiger Temple" beobachtet. Jetzt stellen sie ihren verstörenden Bericht vor. Die Mönche betreiben "illegalen Handel mit Tigern, misshandeln die Tiger, die im Tempel gehalten werden, systematisch physisch; hochgefährlich ist der Kontakt mit den Tieren auch für die Touristen", so der vernichtende Befund des Berichts "Exploiting the Tiger".

"Illegales Zuchtzentrum"
Die Mönche behaupten, 1999 seien ihnen die ersten Tigerbabys von Dörflern und Polizisten zur Pflege übergeben worden. Man hätte die Tiere zuvor Wilderern entrissen und sie in Sicherheit gebracht. Im Laufe der Jahre seien es immer mehr Tiere geworden. Einige hätten sich auch vermehrt. Gut möglich, dass es so begonnen hat. Mittlerweile, ist "Care for the Wild" überzeugt, handelt es sich bei dem Tigertempel aber um ein illegales "Zuchtzentrum für Tiger, "die hier einzig für Touristen und den finanziellen Nutzen des Tempels gehalten werden".

Kleine, verdreckte Käfige
Immer wieder würden Tiere verkauft und andere aus Laos importiert. Und was noch schlimmer wiegt: Die Tierhaltung ist katastrophal. Stundenlang werden die Großkatzen ungeschützt der unerträglichen Hitze ausgesetzt. Die Beton- oder Eisenkäfige sind klein und verdreckt. Die Nahrung nicht artgerecht. So werden die Tiere mit Katzen- und Hundefutter und gekochtem Hühnerkadaver gefüttert. Die Mönche behaupten, sie wollten dadurch den Blutdurst der Tiere bremsen. Experten sind darüber entsetzt. Tiger benötigen rohes Fleisch in ausreichender Menge, damit sie genug Vitamine erhalten.

Mit Felsbrocken beworfen, mit Stöcken geschlagen
Um die Tiere gefügig zu machen, werden die Tiger zudem mit Felsbrocken oder Stöcken geschlagen, am Schwanz in die richtige Position für die Touristen gezerrt und mit dem Urin anderer Tiger bespritzt. Mit dem Urin markieren rivalisierende Tiere normalerweise ihr Territorium. Eine Ladung davon direkt ins Gesicht ist schlimmer als ein Faustschlag. Kein Wunder, dass viele Tiere Anzeichen schwerer Verhaltensstörungen zeigen: Sie wackeln stundenlang stupide mit dem Kopf hin und her. Hier ist das traurige Ende einer stolzen Art zu besichtigen, der größten Katze, die die Erde noch bevölkert.

Gnadenlose Jagd
Denn sie sind die letzten ihrer Art. Gerade einmal 5000 bis 7000 Tiger soll es noch in freier Wildbahn geben, nur noch 250 bis 500 davon in Thailand. Von neun Subspezies sind drei bereits vollständig ausgerottet, und ihr Lebensraum wird immer kleiner. Die Tiere fallen der Zerstörung ihrer Umgebung zum Opfer oder werden gnadenlos von Wilderern gejagt, die ihre Felle verkaufen und ihre Penisse zu Potenzmitteln zerhacken.

Stundenlang an der Kette oder im Käfig
Einige hundert Meter vom Tiger Canyon entfernt befinden sich zwei Jungtiere. Eins sitzt neben einem zerbissenen Gummiball in einem engen Gitterkäfig, das andere muss neben ein paar kichernden Urlaubern für Fotos posieren. Immer wieder werden die Besucher von Mitarbeitern des Tempels aufgefordert, Geld zu spenden. Stundenlang verharren die Tiere neben ihnen, an der Kette oder im Käfig.

Mammon- statt Tierliebe
Den Tieren scheint nun ein trauriges Schicksal in dem Kloster beschieden. Dabei sollen gerade Buddhisten gegenüber anderen Lebewesen besondere Milde walten lassen. Das Tier gilt ihnen als Bruder des Menschen. Es darf nicht grundlos getötet und soll geachtet und geschützt werden. Im Tiger-Tempel ist davon wenig zu spüren. Hier herrscht der Mammon.

Kein Weg zurück in die Freiheit
Und es gibt wenig Hoffnung für die Tempeltiger. Die mit Kindermilch und Hundefutter aufgezogenen Tiere können nicht mehr ausgewildert werden. Bislang haben sich die Mönche sogar geweigert, die DNA der Tiger feststellen zu lassen. Es könnte womöglich ans Tageslicht kommen, dass sie gar nicht aus Thailand stammen.

  • Tiger hinter Gittern

Tierischer Kaffee - ein besonderer Genuss?

Bis zu 1.000,- Euro für ein Kilogramm Kaffee muss ein wahrer Genießer schon mal hinblättern, wenn er einen Kaffee der ganz besonderen Art möchte. Wie der recht unbekannte Civet Kaffee, der auch unter dem Namen Kopi Luwak oder Coffee Alamid vertrieben wird, entsteht, dürfte dabei den wenigsten Kaffeetrinkern bewusst sein. Eine bestimmte Schleichkatzenart frisst die Kaffeekirschen (Bohnen und Fruchtfleisch).

Die unverdaulichen Kerne werden von den Tieren ausgeschieden und das Exkret von den Bewohnern Indonesiens und der Philippinen, wo die Katze beheimatet ist, eingesammelt. Im Darm des Tieres haben die Bohnen so den ersten natürlichen Nass-Fermentationsprozess durchlaufen und geben dem Kaffee seine besondere Note eines muffigen, erdigen und vollen Aromas. Den Nachweis erbrachte ein kanadischer Lebensmittelchemiker, der auf den Oberflächen der Kaffeebohne winzige Krater entdeckt haben soll vermutlich von den Verdauungssekreten die den anderen Kaffeebohnen fehlen.

Bedenklich ist: Die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass die Schleichkatzen mittlerweile von den Einheimischen gefangen und mit Kaffeebohnen vollgestopft werden. Sie sterben letztendlich an Mangelernährung.

Handel mit Robbenfellen geht weiter

EU-Verbot droht Aufweichung Quelle: Tasso

Das im Juli 2009 von der Europäischen Union beschlossene und vor nur wenigen Tagen in Kraft getretene Einfuhrverbot von Robbenfellen und -produkten innerhalb von Europa droht aufgeweicht zu werden. Kurz nach Inkrafttreten des Embargos sind vor dem Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg bereits die ersten 16 Klagen gegen das Verbot anhängig. Bis die Klage entschieden ist, wird das Einfuhrverbot ausgesetzt.

"Damit ist dem Handel von Robbenprodukten erneut Tür und Tor geöffnet", kommentiert Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. die für Tierschützer vollkommen überraschende Entwicklung in dem langjährigen Streit um Robbenprodukte. Nach Schätzungen werden jährlich fast eine Million Robben für kommerzielle Zwecke bestialisch geschlachtet (TASSO berichtete). Die ersten Anhörungen der Kläger werden nicht vor September erwartet, ein fester Zeitplan für die Entscheidung liegt laut EU auch nicht vor.

Wegweisende Entscheidung:

Katalonien verbietet Stierkampf Quelle: Tasso vom 29.07.2010

In der spanischen Region Katalonien wird es ab dem Jahr 2012 keine Stierkämpfe mehr geben. Das beschloss das dortige Parlament kürzlich mit 68 zu 55 Stimmen und neun Enthaltungen. Damit ist Katalonien die erste Region auf dem spanischen Festland, die Stierkämpfe abschafft. Als wirtschaftstärkstes Gebiet des Landes könnte die Entscheidung Signalcharakter für ganz Spanien haben. Auf den Kanarischen Inseln ist der Stierkampf bereits seit 1991 verboten.

Der Entscheidung ging ein Volksbegehren voraus, bei dem 180.000 Unterschriften für die Abschaffung des Stierkampfes gesammelt wurden. "Ein großartiger Schritt für den Tierschutz", kommentiert Andrea Thümmel, Pressesprecherin bei TASSO die Entscheidung.

Fangen verboten, Töten erlaubt:

Internationales Walfangverbot droht zu kippen

Ab 21. Juni 2010 tagt die Internationale Walfangkommission (IWC) in Marokko. Dort könnte das seit 1986 bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs nun gekippt werden. Die aktuellen Pläne der Kommission, die kommerzielle Jagd auf Wale nach fast 25 Jahren wieder zuzulassen, könnten für gewaltigen Zündstoff sorgen. Der erbitterte Kampf zwischen den Gegnern und Befürwortern des kommerziellen Walfangs würde dadurch erneut angeheizt werden.

Der Vorschlag der Kommission sieht vor, das Walfangverbot grundsätzlich beizubehalten, das Töten von Walen jedoch unter Auflagen zuzulassen. Gleichzeitig sollen die Walfangnationen Japan, Norwegen und Island, die ungeachtet des Verbotes jedes Jahr teilweise über 2.000 Wale gejagt haben, eine Ausnahmegenehmigung für kommerziellen Walfang erhalten. Dafür würde der IWC Quoten festsetzen und auf alle Walfangboote einen Beobachter schicken. Die Kommission geht offensichtlich davon aus, dass sich die Zahl der getöteten Tiere mit der neuen Quotenregelung reduzieren lässt. Japan gilt als Hauptinitiator der neuen Bestrebungen, das Walfangverbot zu kippen.

Australiens Außenminister Stephen Smith hätte den Zeitpunkt seines Protestes gegen Japan nicht besser wählen können. Am Freitag, nur wenige Tage bevor der IWC in Marokko tagt, hat er erklärt, Japan vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag anklagen zu wollen. Damit soll das sogenannte wissenschaftliche Walfangprogramm, das Japan in den Gewässern südlich von Australien betreibt, gestoppt werden. Japan verteidigt sein Walfangprogramm mit wissenschaftlicher Notwendigkeit und Forschung.

Traurige Situation für die Braunbären in Europa

Während man sich in Österreich große Sorgen um den Fortbestand von Braunbären macht, werden in Slowenien Abschussgenehmigungen für 60 Tiere pro Jahr erteilt. In Österreich leben laut Angaben des WWF (World Wide Fund For Nature) gerade mal noch 2 der einstmals 34 Braunbären. Und diese beiden sind Männchen. Seit Anfang 2007 fehlt jegliche Spur eines Weibchens, um den Fortbestand zu sichern. Es gäbe zu viele Bären im Verhältnis zur Größe des Landes, meldet dagegen der Direktor des Naturschutzinstitutes in Bratislava.

2005 hatte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) den Braunbären zum "Wildtier des Jahres" erklärt. Im Mai und Juni des Jahres 2006 zeigte sich dann erstmalig seit rund 170 Jahren wieder ein Braunbär in Deutschland: Bruno. Wochenlang wanderte er in der deutsch-österreichischen Grenzregion umher. Er riss einige Haustiere und war öfter in der Nähe menschlicher Siedlungen zu sehen. Daraufhin wurde das Tier zeitweilig zum Abschuss freigegeben, was jedoch auf Druck der Öffentlichkeit zunächst wieder zurückgezogen wurde.

Die daraufhin erfolgten Versuche, den Bären lebend zu fangen, wurden nach drei erfolglosen Wochen eingestellt. Am 26. Juni wurde der Bär in der Nähe des Spitzingsees erschossen. "Das Beispiel der Braunbären in Europa zeigt deutlich, dass ein übergeordnetes, länderübergreifendes Konzept zur Erhaltung bedrohter Tierarten notwendig wäre. , erklärt Philip McCreight, Leiter der Tierschutzorganisation TASSO e.V.

nächste Seite: Mehr Infos

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Webseite benutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies entsprechend den Bestimmungen unserer Datenschutzerklärung zu. Wir sammeln keine Daten, über die Sie persönlich identifiziert werden können. mehr Infos