Garnelenzucht in Südostasien

Tod der Magrovenwälder

Sendung "Der stille Tod", Abenteuer Forschung vom 3. Juli 2002 im ZDF

Weltweit werden einzigartige Mangrovenwälder kahlgeschlagen. Der Grund: Garnelenfarmen brauchen Platz für immer mehr Zuchtbecken.

Mangrovenwälder: Ökologisch vielfältig
Entlang der tropischen und subtropischen Küsten liegen Mangro-venwälder im Gezeitenbereich zwischen Meer und Land. Hier findet eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren ideale Lebens-bedingungen. Doch die ökologisch vielfältige Landschaft droht unterzugehen.

Garnelenfarmen verdrängen Mangroven
In Thailand werden pro Jahr über 60 Quadratkilometer Man-grovenwald vernichtet. Der wertvolle Brackwasserbereich wird für die Garnelenzucht benötigt. Ein inzwischen lukratives Geschäft: Die Aqua-Farmer können dreimal pro Jahr bis zu einer Million Tiere aus einem Teich ziehen. Aber auch in Vietnam und anderen südostasiatischen Ländern werden Mangrovenwälder durch gewinnbringende Garnelenfarmen ersetzt.

Massentierhaltung mit Problemen: Heute stammen schon über

30 Prozent der weltweit angebotenen Garnelen aus solchen Zuchtfarmen - insgesamt über 900 000 Tonnen. Diese Mas-sentierhaltung bringt enorme Probleme mit sich. Große Mengen an Chemikalien, Antibiotika und Pestiziden werden eingesetzt, um die Erkrankungen der Krebstiere in den Griff zu bekommen und das Wachstum zu beschleunigen. Das Gift verseucht nicht nur die Tiere, auch die Abwässer aus den Zuchtteichen sind hoch belastet. Sie gelangen in die umliegenden Mangrovenwälder und richten hier großen Schaden an.

Keine Kontrollen
In Südostasien herrschen auf den Garnelenfarmen katastrophale Verhältnisse, da Kontrollinstanzen und Richtlinien für artgerechte Zucht fehlen. Die Zuchtteiche verkommen innerhalb von drei bis fünf Jahren zu Tümpeln, deren Boden vergiftet und übersalzen ist. Weitere Mangrovenwälder müssen weichen, damit neue Teiche angelegt werden können.

Die starke Belastung der Garnelen mit Antibiotika führte in Europa in den letzten Monaten immer wieder zu Importkon-trollen und Einfuhrbeschränkungen.

Der Versand von Garnelen ist mittlerweile zu einer Sechs-Mil-liarden-Dollar-Industrie herangewachsen und der Markt ist noch nicht gesättigt. Deutschland ist in Europa der Hauptab-nehmer.

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