Boomende Fischzucht

Der stille Tod

Sendung "Der stille Tod", Abenteuer Forschung vom 3. Juli 2002 im ZDF

Die Zucht von Fischen und Schalentieren ist die am schnellsten wachsende Branche der Lebensmittelindustrie - mit allen Prob-lemen der Massentierhaltung.

Fischzucht abhängig von Fangfischerei

Die Bestände der wertvollen Speisefische sind weltweit erschöpft, doch die Nachfrage steigt. Dies hat der Fischzucht zu einem wirtschaftlichen Boom verholfen: In nur zehn Jahren haben sich die Erträge verdoppelt und liegen jetzt bei über dreißig Millionen Tonnen. Die Fangfischerei wird dadurch allerdings nicht entlastet - ganz im Gegenteil. Etwa drei Tonnen Fangfisch werden benötigt, um eine Tonne Zuchtfischfleisch zu erhalten - damit ist die Fischzucht völlig von der Fangfischerei abhängig und verstärkt noch den Druck auf die Fischpopulationen in den Ozeanen.

Forscher suchen nach Lösungen
Japanische Forscher versuchen neue Zuchttechniken zu testen, die den Futtereinsatz in den Zuchtfarmen vermindern und damit die Fangfischerei entlasten sollen.

Da Fische Töne sehr gut hören können, versuchen die

Forscher diese Eigenschaft für die Fischzucht im offenen Meer zu nutzen. Ganze Schwärme werden mit Unterwasser-lautsprechern und Futterkästen dressiert. Ertönt aus dem Lautsprecher ein bestimmter Ton, wird gleichzeitig aus einem Behälter Futter abgegeben. Mit diesem Training wird erreicht, dass etwa 25 Prozent der Zuchtfische aus dem Meer zur Futterstelle zurückkommen, wenn sie den Ton hören. Ohne die abgestrahlten Töne sind es nur 10 Prozent. Der Vorteil: Die Züchter müssen weniger Futter für die Fische kaufen, da sie sich einen großen Teil selbst im offenen Wasser suchen.

Ein anderes japanisches Forscherteam untersucht, welche Faktoren das Wiederfinden des Heimatflusses von Lachsen bestimmen. Eine zentrale Rolle könnten dabei Hormone spielen. Verlässt der Lachs seine Heimatgewässer, bildet er ein bestimmtes Hormon. Dieser Wirkstoff ist das Signal für den Lachs, sich seine aktuelle Umgebung als Heimatfluss einzuprägen. Hierher wird er zum Laichen wieder zurückkehren. Die Forscher wollen diesen Prozess künstlich hervorrufen. Mit Hilfe des Hormons könnten Lachse so auf jedes Gewässer, aber auch auf ein Zuchtbecken geprägt werden. Nachdem sie im offenen Wasser groß geworden sind, würden sie von selbst zu den Zuchtstationen zurückkehren, an denen sie dann einfach abgefischt werden könnten.

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