Tierversuche 2

Beispiele für In-vitro-Tests im Bereich der Verträglichkeitsprüfungen von Kosmetika

Verträglichkeitsprüfungen von Kosmetika:

> Akute Giftigkeit ( Toxizität )
Mit Hilfe von menschlichen oder anderen Säuger-Zellkulturen lässt sich die Giftigkeit von kosmetischen und anderen chemi-schen Produkten untersuchen. Die Zellen reagieren sehr empfindlich und sterben bei Zugabe von giftigen Stoffen ab.

> Hautreizungstest
Die Substanz wird an isolierter menschlicher Haut oder Zellkulturen menschlicher Hautzellen überprüft. Verschiedene Testsysteme sind im Handel erhältlich.

> Augen- / Schleimhautreizung ( Draize-Test )
Beim HET-CAM Test wird die direkt unter der Schale eines bebrüteten Hühnereis liegende Haut, die Venen und Arterien, aber keine Nerven enthält, verwendet. Die zu testende Substanz wird auf die Haut geträufelt und die Reaktion beobachtet.

> Schädigung des Erbgutes ( Mutagentitätstest )
Beim Ames-Test ( Mutationstest mit Bakterien ) macht man sich die Tatsache zu nutze, dass das Erbgut aller Lebewesen im Prinzip gleich aufgebaut ist. Erbgutveränderungen lassen sich auch in permanenten ( unsterblichen ) Zellkulturen von Säugetieren überprüfen.

> Schädigende Wirkung durch Sonnenlicht ( Phototoxizität )
Der 3T3-Neutralrot-Test beruht auf dem Prinzip, dass Zellen einer bestimmten permanenten Mäusezelllinie, nach Zugabe einer schädigenden Substanz und UV-Licht Bestrahlung, nicht mehr in der Lage sind, einen roten Farbstoff aufzunehmen.

> Hautabsorptionstest
Die Überprüfung kann auch an menschlichen Hautproben stattfinden.

Wie sieht die rechtliche Situation aus?

Ein beliebtes Argument, mit dem die kosmetische Industrie gern die Durchführung von Tierversuchen verteidigt, sind die angeb-lichen gesetzlichen Vorlagen, nach denen Tiertests vorgeschrieben seien. Dies ist nicht der Fall. In Deutschland gibt es keine gesetzliche Bestimmung, nach der Tierversuche zwingend vorgeschrieben sind. Einzig die Unbedenklichkeit der Produkte, und damit die Sicherheit der Verbraucher, muss gewährleistet sein. Auf welche Weise diese Sicherstellung vorgenommen wird, bleibt den Firmen überlassen.

Schon 1986 wurden mit Inkrafttreten des damals neuen Tierschutzgesetzes Tierversuche für dekorative Kosmetika verboten. Diese Vorschrift war jedoch gänzlich ungeeignet, Tiertests für die Entwicklung neuer Produkte zu verhindern. Zum einen fiel die gesamte Palette der pflegenden Kosmetika nicht darunter und zum anderen war die Abgrenzung zwischen dekorativen und pflegenden Mitteln äußerst schwierig. Die Hersteller deklarierten selbst Lidschatten und Lippenstift als pflegend und konnten so das Verbot leicht umgehen.

Seit 1998 sind laut Tierschutzgesetz Tierversuche für die Entwicklung sowohl der dekorativen als auch der pflegenden Kos-metikprodukte und sowohl für ihre Rohstoffe als auch die Endprodukte, untersagt, solange sie nicht unter das Chemikaliengesetz fallen. Ausnahmen sind erlaubt. Doch auch heute wird es der Industrie durch eine Gesetzeslücke leicht gemacht, Tierversuche trotz des Verbotes durchzuführen. Das Verbot gilt nur für Rohstoffe, die ausschließlich für Kosmetika verwendet werden. Da dies bei den wenigsten Inhaltsstoffen der Fall ist, können die Substanzen nach den Vorgaben des Chemiekaliengesetzes im Tierversuch geprüft werden.

Seit 1993 wird versucht, auf Europaebene eine gesetzliche Regelung zu finden. Doch das längst überfällige Verbot der Kosmetikversuche und die Einfuhr tierversuchsgetesteter Kosmetika wird wieder und wieder hinausgeschoben oder verwässert.

Mehr zum aktuellen Stand der europäischen Gesetzgebung finden Sie unter www.tierrechte.de, Themen und Kosmetik.

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